,,ihnm zu verlangen, daß sie ihre Vernunft zum voraus„gefangen nehmen sollen unter dem Gehorsam desjenigen„Glaubens, der ihnen blos durch ein kindliches Vorur-„theil eingeflößet war. Das heißt in der That, alle Ver-„nunst und vernünftige Religion bey den Menschen er-„sticken.
§. 6. „Wenn die Verdrehung der angeregten Schrift«„örtcr etwa nicht mehr helfen wollte, dem Gehorsam eines„blinden Glaubens, zum Nachtheil der gefunden Ver-„nnnft, zu autorisiren: so muß der klägliche Sündenfall„der ersten Eltern, und das dadurch auf uns gebrachte„Verderben unsrer Naturkrafte die Sache unterstützen-„Im Stande der Unschuld, sagen sie, hatte der Mensch„ein ancrschaffenes Ebenbild Gottes , das ist, eine genug-,,same Einsicht von Gott, der Welt und ihm selbst, wie„auch Weisheit, Gerechtigkeit und Heiligkeit, an sich.,,Durch den Sündcnfall aber hat er diese Vorzüge ver-scherzt, und alles leib- und geistliche Verderben auf die„Nachkommen fortgepflanzet» Jetzt herrscht von Natur„lauter Unwissenheit, Finsterniß und Blindheit im Ver-stände, und der Wille ist von Kindesbeinen an zum Bö-„sen geneigt, und zu allem Guten erstorben. So wäre„denn, nach diesem System eine gewaltige Veränderung„in der Natur des menschlichen Geschlechts vorgegangen,„und auch unsre edelste Naturkrast, die Vernunft, wenig-„stens in geistlichen Dingen, sehr verdorben. Aber ich„muß gestehen: wenn ich die mosaische Geschichte von dem„ersten Menschen im Paradiese, an sich und ohne V>U'-,.urtheil betrachte, so kann ich im geringsten nicht sehen,„daß sie eine vorzügliche Seelen - Vollkommenheit vov
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