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„uns voraus gehabt hatten. Denn sie scheinen vor ihrem,,Falle weder Gott noch den Teufel, weder die Natur noch„sich selbst, zureichend gekannt zu haben; indem sie sichdurch den sinnlichen Reitz der schönen Aepfel, auf das„Aureden einer verführerischen Schlange, oder des Teu-„felö, so gleich verleiten lassen, wider das klare Verbot„Gottes zu handeln, und das zu thun, was in der That„böse war. Sie vergehen sich also eben dadurch, daß sie„keine Vernunft brauchen und. den trieglichen Sinnen und,.falschen Ueberredungen in großer Uebereilung folgen.„Wenn nun die ersten Menschen, in ihrem vollkommcn-„sten Stande der Unschuld, ohne Erbsünde an sich zu ha-„ben, dennoch wie wir, haben fehlen und sündigen können,„und wenn sie aus eben der Ursache, wie wir, gesündiget,„daß sie die sinnlichen Begierden und Affekten nicht durch„ihre Vernunft bezwungen: wie will man denn aus die-„ser Geschichte ein Verderben unsrer edelsten Naturkrafte„herleiten, und besonders die Vernunft eines solchen Ver-„derbens bezüchtigen, daß sie in der Erkenntniß göttlicher,,Dinge blind, und ihr Gebrauch bey derselben gefährlich„sey. Die Verfäumung dieses Gebrauchs wäre gerade„der Weg, daß wir eben alfo von der wahren Erkenntniß„Gottes und von dem Gehorsam, welchen wir seinen Ge-„boten schuldig sind, abweichen, als uns von unsern ersten„Eltern berichtet wird. Die Herren Prediger wären also,„als wahre Seelsorger, schuldig, allen und jeden Zuhö-rern die gesunde Vernunft und ihren Gebrauch, als eine„untriegliche Richtschnur der göttlichen Erkenntniß und„eines frommen Wandels zu empfehlen, und ihnen viel-mehr zu sagen, daß unsre ersten Eltern eben darum ge-fallen