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„fallen wären, und sich den Versuchungen des Satans„bloß gesteller hatten, weil sie keine Vernunft gebraucht.„Und siehe! sie folgern ganz verkehrt daraus, daß unsre„Vernunft nunmehr von Natur verdorben sey, und daß„es Eingebungen des Salanö sind, wenn jemand ingött-„lichen Dingen feine Vernunft zu brauchen anfängt. Muß„nicht der chrisigläubige Zuhörer, nach diefer Vorstellung„von dem Verderben seiner Vernunft, in seiner Einfalt„denken, er habe, wegen der Erbsünde, keine gesunde„Vernunft mehr, wenn es auf göttliche Wahrheiten an-„kömmt, und keine Freyheit des Willens mehr, um etwas„selbst zu thun und zu üben, was gut und Gott gefallig„wäre?
Z. 7. Mögte doch ein jeder sich so viel ermannen, daß„er mit seiner jetzigen Vernunft einen Versuch machte, ob„er nicht, nach der bloß natürlichen Erkenntniß, viel rich-tiger von Gott, und seinem Verbot im Paradiese, zu„urtheilen vermögend sey, als die ersten Eltern sollen ge-„urtheilet haben. Wir sind ja durch die bloße Vernunft„von Gottes Wahrheit, Weisheit, Güte und Macht ge-„nugsam überführt, daß wenn er unmittelbar seinen Wil -„lcn zu erkennen gäbe, wir sollten nur von dem einen„Fruchtbaume mitten im Garten nicht essen, alle dieübri-„gen wären uns zur Nahrung erschaffen, so würden wir„nimmer auf die Gedanken fallen, Gott habe das nicht„gesagt, oder so gemeynt; er wisse es selbst besser, daß„von dem Baume gut zu essen sey, daß er klug machte,„und wir dadurch an Weisheit ihm gleich werden konnten,„zu unterscheiden, was gut oder böse sey. Wenn wir auch„die Ursache des Verbots nicht errathen könnten, so wür-
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