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j,»den wir doch in Ewigkeit nicht argwöhnen, daß es auS„Neid oder Mißgunst gegeben sey, damit wir Gott nicht„gleich werden sollten; sondern sicherlich glauben, daß uns„der Genuß gewiß schaden wurde, und also-zu unserm ei-„genen Besten untersagt sey. Nimmer würden wir einem„sprechenden Thiere mehr Aufrichtigkeit und Einsicht zu-„trauen, als dem weisesten Schöpfer der Natur. Wir„hatten folglich die unzeitige Lüsternheit nach einer einzigen„Frucht des Gartens bey dem freyen Genusse aller übri-„gen eben so leicht überwunden, als wir bey einem wohl-„gedeckten Tische ein und anderes Essen, das uns der„Arzt verboten, Vorbeygehen lassen. Daraus könnte al-„so ein jeder, der natürlichen Verstand hatte und brau-„chen wollte, überzeugt werden, daß seine angeborne Ver-nunft jetzt in der Einsicht der Vollkommenheiten Got-„tes nichts verkürz:er, noch in der Herrschaft über die„sinnliche Begierden schwächer nnd ohnmächtiger sey, als„wir beydes in der Geschichte der ersten Menschen finden.„Wollte man unsre Vernunft darum jetzt verdorben heis-„sen, weil sie Schranken hat: so würde aller Creaturen„und selbst der ersten Menschen Kräfte verdorben zu nen-„nen seyn, weil außer Gott nichts Unendliches seyn kann;„und so wäre, nach dieser Mißdeutung, an der ganzen„Natur vom Anfange nichts Gutes, sondern alles ver-„dvrben gewesen. Moses hat aber eine bessere Meynung„davon gehabt, nämlich, daß alles, was Gott gemacht„hat, gut sey; genug, daß die Beschaffenheit der Dinge„ein richtiges Verhältniß zu jedes wesentlichen Bestim-,,mung hat. Wer wird doch den Magen und die Ver-».daunngSkrast deswegen verdorben heissen, weil wir kei-ne