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Zur Geschichte und Litteratur : aus den Schäzen der Herzoglichen Bibliothek zu Wolfenbüttel / von Gotthold Ephraim Lessing
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j,»den wir doch in Ewigkeit nicht argwöhnen, daß es auSNeid oder Mißgunst gegeben sey, damit wir Gott nichtgleich werden sollten; sondern sicherlich glauben, daß unsder Genuß gewiß schaden wurde, und also-zu unserm ei-genen Besten untersagt sey. Nimmer würden wir einemsprechenden Thiere mehr Aufrichtigkeit und Einsicht zu-trauen, als dem weisesten Schöpfer der Natur. Wirhatten folglich die unzeitige Lüsternheit nach einer einzigenFrucht des Gartens bey dem freyen Genusse aller übri-gen eben so leicht überwunden, als wir bey einem wohl-gedeckten Tische ein und anderes Essen, das uns derArzt verboten, Vorbeygehen lassen. Daraus könnte al-so ein jeder, der natürlichen Verstand hatte und brau-chen wollte, überzeugt werden, daß seine angeborne Ver-nunft jetzt in der Einsicht der Vollkommenheiten Got-tes nichts verkürz:er, noch in der Herrschaft über diesinnliche Begierden schwächer nnd ohnmächtiger sey, alswir beydes in der Geschichte der ersten Menschen finden.Wollte man unsre Vernunft darum jetzt verdorben heis-sen, weil sie Schranken hat: so würde aller Creaturenund selbst der ersten Menschen Kräfte verdorben zu nen-nen seyn, weil außer Gott nichts Unendliches seyn kann;und so wäre, nach dieser Mißdeutung, an der ganzenNatur vom Anfange nichts Gutes, sondern alles ver-dvrben gewesen. Moses hat aber eine bessere Meynungdavon gehabt, nämlich, daß alles, was Gott gemachthat, gut sey; genug, daß die Beschaffenheit der Dingeein richtiges Verhältniß zu jedes wesentlichen Bestim-,,mung hat. Wer wird doch den Magen und die Ver-».daunngSkrast deswegen verdorben heissen, weil wir kei-ne