,,nc Knochen und Kieselsteine verdauen können? wer nennt„unsre Augen und Gesicht, oder unsre Ohren uud Gehör,„darum verdorben, weil wir keine Mücke an der Spitze„des Thurms sehen, noch was in Rom gesprochen wird,„hören können? Eine jede Kraft ist von Natur gesund„und unverdorben, wenn sie nach ihren eingepflanzte»„Regeln dasjenige leisten kann, was sie eigentlich wirke»„soll; und die Vernunft, welche des Menschen Wesen„von andern Thierarten unterscheidet, hat selbst bey den„ersten Menschen keine mehrere Starke gehabt, als sie„jetzt bey den Nachkommen hat, wie wir kurz vorher ge-,,sehen haben. Daher scheint sie mit eben den wescntli-„chen Schranken, und Maaß der Kraft, welche ihr jetzt„zukommen, vom Anfange und unmittelbar aus der„Hand des Schöpfers gekommen zu seyn; und wir tha-„ten eben so unrecht, wenn wir derselben, mit der Forts„Pflanzung, einen Abgang und eine Schwache beymessen„wollten, als wenn einige sich träumen lassen, daß die,,ganze Natur, mit so vielen Jahrhunderten , alt und un-„vcrmögend geworden sey. W.?s hat denn doch die ein-„zigc Vernunft bey den Herren Tbeologis verschuldet,„daß sie bey Adams Nachkommen von Natur verdorben„sey" soll?
§. 8» „Man kann ja wohl eine Kraft nicht besser be-urtheilen, als nach den Regeln, wodurch sie von Natur„bestimmt ist. Sind denn etwa die Regeln, welche die„Vernunft wesentlich bestimmen, falsch und unrichtig?„Ich meyne, man werde die Grundregeln der Vernunft„völlig mit den beyden Sätzen ausdrücken können: Ein„jedes Ding ist das, was es ist: ein Ding kann nicht
T 5 ».zugleich