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Zur Geschichte und Litteratur : aus den Schäzen der Herzoglichen Bibliothek zu Wolfenbüttel / von Gotthold Ephraim Lessing
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^zugleich seyn und nicht seyn. Nach dem erster« mußman von einem Dinge gedenken, was mit demselbenübereinstimmt; nach dem letztern kann man von einemDinge nicht gedenken, was ihm widerspricht: Diese Re-geln gelten nicht allein in der Weltweisheit und Ma-thematik, sondern in allen und jeden Wahrheiten, selbstin der Schrift und Theologie. Die Schrift sagt z. E.Gorc ist wahrhaftig: es ist unmöglich, daßGorr lüge, und unmöglich, daß ihn erxvav ge-reue. Warum? weil jenes mit dem Begriffe vonGott und dessen wesentlicher Vollkommenheit übcrein-stimmt, dieses ihm widerspricht. So bedienen sich diePropheten der Negel des Widerspruchs, wenn sie denJuden die Ungereimtheit ihres heydnischen Götztndicn-stes vorstellen wollen; da sie einen Schöpfer verehrten,den sie selbst mit ihren Handen gemacht hatten, ein tod-tes Holz und Stein statt des lebendigen Gottes.-Hen, die Augen hatten und doch nicht sahen, Ohren hat-ten und doch nicht hörten. Die Schrift legt demnachdie Vernunft und ihre Regeln, in dein was des GeistesGottes ist, zum Grunde der Wahrheit. So muß siedenn wol nicht von Natur verdorben, sondern vielmehrselbst in der Erkenntniß Gottes brauchbar, und eine ge-izwisse Richtschnur seyn, wahres vom falschen zu unter-scheidcn. Die Herren Theologi bringen auch den rech-ten Verstand der Schriftörter, und das daraus aufge-richtere Lehrgebäude, durch lauter Vernunstschlüsse, her-aus: und wenn sie einander des Irrthums beschuldigen,so muß ihnen die Vernunft die Wisse" dazu leihen.Der Lutheraner will den unbedingten Rathschluß Got-

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