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„Gelehrten bey den gesittetsten Völkern nicht einer nur„dem Namen nach kennet; geschweige, daß er von einzeln„Personen unter ihnen und deren Vorgeben und Meys„nungen sollte Nachricht haben., oder sich darum beküm-„mern, oder auch gegründeten Bericht davon einziehen„können. Wie wäre es also in alten Zeiten, vor Christi„Geburt, möglich gewesen, daß eine Offenbarung, wel-„che in einem Winkel des Erdbodens einigen wenigen„Personen in einem einzigen Volke widerfahren war,„und welche dem Volke selbst unglaublich schien, den an-„dern Nationen auf dem ganzen Erd-Kreise, ohne alle„Bemühung und Predigen der Propheten, ohne Posten,„Schreibe-Kunst, Briefwechsel, Schiffahrt, Missionen,„Buchdruckerey und dergleichen, sollte bekannt oder glaub-lich gemacht werden können? Gewiß, das ist so unmög-„lich und noch weit unmöglicher, als daß ich heutiges„Tages wissen könnte, oder zu wissen verlangte, was ein„Slachtjitz in Pohlen hinter seinem Pfluge spricht, oder„ein Bojar in Siberien bey seinem Zobel-Fange denkt,„oder was einem Mandarin in Sina träumt» Die alte„Welt konnte so wenig von einander wissen, und wegen„ihrer Umstände sich so wenig um einander bekümmern,„daß es in dem Stücke eben so gut war, als ob die an-»der» nicht in der Welt wären. Die Chaldaer und Egy-„ptier hatten sich noch durch ihre Wissenschaft Nuhm er-„worben, so daß sie wol von Fremden besucht wurden»„Aber die Hebräer und das Israelitische Volk haben sich„niemals in irgend einem Theile der Wissenschaften her-vorgethan. Dazu waren sie durch ihr Gesetz sowol, als„durch die läge selbst, Von allen andern Nationen abge-schlossen: