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„liche Religion zutrauen? mußten sie nicht allen ihren„Nachbarn und Landsleuten Schrecken und Abscheu vor„solchen gottlosen Creaturen beybringen? Was gehen noch„heutiges Tages mehrentheils für Leute nach heydnischen„Landern? ruchloses See-Volk; verdorbene liederliche„junge Leute; Uebelthater, die zum Strange verurtheilet„waren, und nun in die Colonieen zur Begnadigung ver-schickt werden; gewinnsüchtige Kaufleute, die gestohle-„ne Menschen kaufen und sie wieder verkaufen oder zu„Sclaven brauchen; Geistliche von verschiedenen Secten,„deren eine jede die andern in die Hölle verdammet, und„da ein jeder Amts-Gehülfe den andern verketzert und„sich mit ihm zanket; zum Theil auch solche Mißionarii,„die das Christenthum durch allerley groben Tand, Aber-„glauben, Bilder - und Heiligen-Dienst so beschmißet ha-„ben, daß es keinem Menschen, der natürlich gesunde„Vernunft hat, und noch von Vorurtheilen frey ist, an-„standig seyn kann. Ist da wol die geringste Möglich-„keit, daß Fremde, die noch von dem Innern der christli-„chen Lehre keine rechte Einsicht haben, und also noch„bloß aus dem ausserlichen Betragen der Christen urthei-len müssen, nur eine Begierde bekommen, zu wissen,„worinn die Lehre bestehe? Sie müssen ja so gedenken:„Ist es eine göttliche Religion, die sich einer übernatür-lichen Offenbarung und wunderthatigen Kraft bey denen„Menschen rühmet: warum macht sie die Menschen nicht„frömmer, nicht besser? warum sind die Leute dabey„gottloser, als alle andere? Gott hat keine Gemein-schaft mit unreinen Seelen, er offenbaret sich nicht de-„nen Gottlosen: er brauchet keine Lasterhafte zu Boten
„seiner