„seiner heiligen Wahrheiten: ihr Vorgeben muß falsch„und erlogen seyn. Dazu, wenn ich gleich ihnen Gehör„geben wollte: wem soll ich folgen? Der eine beschuldiget„den andern irriger Lehre, falscher Auslegung, mensch-„licher Zusätze: frage ich diesen, so warnet er mich für„jenen; frage ich jenen, so verdammet er diesen bis m„die Hölle. Laß sie erst selber unter ein ander eins wer-„den, wenn ich ihnen, als Wegweisern, folgen soll.„Wer kann den Heyden verdenken, wenn sie bis auf den„heutigen Tag so urtheilen, und sich von dem Christen-„thume vielmehr zurück ziehen? Das Christenthum hat„anfangs durch Vernunft und frommen Wandel über das„Heidenthnm gesiegt; aber durch Zwiespalt des Glau-bens, und daher entstehende Unordnung und Lasterist es„in sich wieder zerfallen. Wenn nun sonderlich Zwiespalt„dem Christenthume wesentlich ist, und nach Pauli Aus-„spruche Secten oder Notten darum notwendig seyn müs-„sen, wie es auch die ganze Kirchen-Historie giebt: so„kann man leicht gedenken, wie es bald mit der Fort-pflanzung des Christenthums ergangen. Ein Reich, das„mit sich selbst uneins ist, kann nicht bestehen: EineSe-„cte, eine Rotte reibt die andere wieder auf. Und diese„innerlichen Unruhen, Gezanke und Verfolgungen, nebst„denen einreissenden Lastern und Aberglauben, haben ge-„macht, daß das Christenthum fast in ganz Asien , wo es„zuerst aufgekommen war, wie auch in Asrica, wieder ha^„vergehen und ausgerottet werden müssen: und daß noch„die schwachen Ueberbleibsel davon, da sie in wenigen un-„ter sich zankenden Griechen, Catholiken, Protestanten,„Habassinem, Armeniern oder Jacobiten, und Maroni -
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