„kann unmöglich dazu kommen, daß er ein Protestant„werde. Alle vernünftige und billige Welt niuß solche„blinde Menschen entschuldiget halten. Man kann von„niemanden was unmögliches fordern, noch für möglich„halten, was die Kräfte desselben nach bewandtcn Um-„stauden übersteiget« .
M "Ich könnte noch vieles insbesondere von den Iu-„den sagen, warum deren nicht mehrere zum Christcnthu-„me treten; da sie doch mitten unter denselben leben, ih-5,re Bücher, die oft genug bey ihnen versetzt werden, le-„sen können, oft genug zum Christenthume gereizt wer-„den, und einerley Grund-Satze mit den Christen au-fnehmen. Der Pöbel schilt nur auf die grausame Ver-lockung und Bosheit der Juden, und ist daher so erbit-tert auf dieselbe, daß er ihnen das Christenthum gern„einprügeln würde, wenn es ihm nur frey stünde. Al-„lein, lieben teilte, es will niemand gern und wissentlich„zum Teufel fahren, und ewig an Seele und Leib gequält„seyn. Könnten die Leute einsehen, daß ihnen Heil ins,Jesu offen stünde, sie würden gewiß zugreifen. Es ist„ihnen aber so leicht nicht, wie wol mancher denkt. Der„Jude hat von seinen Vorfahren ganz andere Zeugnisse„und Urtheile von Jesu, wie die Evangelisten und Apo-„stel davon geben. Und wenn er es nirgend anders her„wüßte, so siehet ers im neuen Testamente selbst, was„die Schriftgelehrten, Obristen nnd Aeltesten im Volke„von ihm gehalten. Da sich nun diese Zeugnisse von dem„höchsten Rathe in Jerusalem , von siebenzig angesehenen„obrigkeitlichen Personen herschreibet, und aller damali-gen Gelehrten und angesehenen Leute Gutachten damit
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