„Menge Leute sind, und jederzeit gewesen sind, die in ih«„rer Jugend so weit nicht angeführet worden, dafi sie ir-„gend eine Schrift lesen könnren. Wenn wir dieses alles„zusammen nehmen, so ist leicht zu erachten, daß vom„Anfange des Christenthums, oa noch keine Uebersetzun-„gcn waren, da die Abschriften rar und theuer waren, da„der Unterricht der Zugend schlecht war, da man auch„den Layen nicht verstattete, die Bibel z» lesen, bis auf„den heutigen Tag, die ganze Menge der Christen zusam-„men gerechnet, kaum der tausendste Christ eine Bibel„ZU sehen bekommen: und unter tausend, welche die Bi-,,bel zu sehen bekommen, kaum einer die GeschictÜchkeit,,gehabt, sich in schweren Stellen, worauf die Glaubens-„Artikel ankommen, selber durch die Mittel der Erklä-„rungs - Kunst zu helfen. Es ist vom Anfange des Chri-„stenthums, in den Zeiten der Unwissenheit und Finster-„niß, und noch jetzt im Pabstthume, ja auch unter deu „meisten Protestanten, lauter Köhler-Glaube, lauter„Catechismus-Glaube. Alle diese armen Leute müssen,»sichs von deu Priestern lassen vorsagen, waS in der,,Schrift stehe, und was der Verstand der Worte sey: zum„theil haben sie nichts als Wörter, welche sie aus dem Ca-„techismo ihrem Gedächtnisse ohne Verstand eingeprägt;,,nnd wenn sie ja noch einige Vorstellungen dabey haben,„so sind es die, welche andere nach ihrem Begriffe, Ein-„sicht und Vorurtheil ans der Schrift gezogen und für,,wahr gehalten, oder vielleicht auch aus der dritten, vier-,,ten, fünften Hand bekommen haben: Indem ja selbst„unter tausend Priestern kaum zehne fähig sind, mit ei,„genen Augen den Verstand schwerer Stellen einzusehen:
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