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Zur Geschichte und Litteratur : aus den Schäzen der Herzoglichen Bibliothek zu Wolfenbüttel / von Gotthold Ephraim Lessing
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der Offenbarung, oder einen ganz andern gefasset haben:welches wider die Schrift, und wider die Natur eineszuverlässigen Glaubens ist. Wollen wir die Religionund den Glauben als den Grund der Seligkeit so hin-werfen, daß wir ihn von aller Einsicht und Verstandabsondern, und zu einem bloßen Echo eines vorgesagtenSchalles machen: welches durch einen Zufall diese Wor-te nachspricht, da es auch jede andere würde nachgcspro-chen haben? Das gehet nicht an. Allein lasset uns nuneine Untersuchung anstellen, was in oberwahnten Stü-cken möglich sey. Da ist nun offenbar, daß eine gerau--me Zeit hat hingehen müssen, ehe die Bibel, oder auchnur das ueue Testament, in alle die Sprachen hat könnenübersetzt werden, dahin sich das Christenthum ausge-,,breiret: es ist offenbar, daß wenn gleich alle die Uebcr-setzungen vorhanden gewesen, dennoch vor Erfindung derBuchdruckerey, dieselbe in sehr weniger Leute Handengewesen, theils weil sie nicht so oft hat können abge-schrieben werden, theils auch, weil solche Handschriftenzu theuer waren, als daß sie ein jeder hatte bezahlenkönnen. Ja, nachdem auch die Buchdruckerey erfundenist, so fehlt es doch in den meisten Sprachen an häufi-gem und wohlfeilem Abdrucke. Die Teutschen mögensich hierinn, durch des Herrn Barons von CansteinsAnstalten, eines Vorzugs rühmen. Sonst sind in denübrigen Sprachen nicht der hundertste Theil Bibeln ge-druckt, als Menschen sind. Und im ganzen Pabstthu-me darf der laye nicht einmal die Bibel lesen. Au ge-schweigen, daß sowol im Pabstthume als unter Prote,stanten und in der Griechischen Kirche eine unglaubliche

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