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„der Offenbarung, oder einen ganz andern gefasset haben:„welches wider die Schrift, und wider die Natur eines„zuverlässigen Glaubens ist. Wollen wir die Religion„und den Glauben als den Grund der Seligkeit so hin-werfen, daß wir ihn von aller Einsicht und Verstand„absondern, und zu einem bloßen Echo eines vorgesagten„Schalles machen: welches durch einen Zufall diese Wor-„te nachspricht, da es auch jede andere würde nachgcspro-„chen haben? Das gehet nicht an. Allein lasset uns nun„eine Untersuchung anstellen, was in oberwahnten Stü-„cken möglich sey. Da ist nun offenbar, daß eine gerau--„me Zeit hat hingehen müssen, ehe die Bibel, oder auch„nur das ueue Testament, in alle die Sprachen hat können„übersetzt werden, dahin sich das Christenthum ausge-,,breiret: es ist offenbar, daß wenn gleich alle die Uebcr-„setzungen vorhanden gewesen, dennoch vor Erfindung der„Buchdruckerey, dieselbe in sehr weniger Leute Handen„gewesen, theils weil sie nicht so oft hat können abge-„schrieben werden, theils auch, weil solche Handschriften„zu theuer waren, als daß sie ein jeder hatte bezahlen„können. Ja, nachdem auch die Buchdruckerey erfunden„ist, so fehlt es doch in den meisten Sprachen an häufi-gem und wohlfeilem Abdrucke. Die Teutschen mögen„sich hierinn, durch des Herrn Barons von Cansteins„Anstalten, eines Vorzugs rühmen. Sonst sind in den„übrigen Sprachen nicht der hundertste Theil Bibeln ge-„druckt, als Menschen sind. Und im ganzen Pabstthu-„me darf der laye nicht einmal die Bibel lesen. Au ge-„schweigen, daß sowol im Pabstthume als unter Prote,„stanten und in der Griechischen Kirche eine unglaubliche
Z „Menge