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„denn endlich durch diese Wunder gutes und herrliches„ausgerichtet worden? Wer die Geschichte anderer Völ-„?er gelesen, der wird wohl begreifen, daß alle dies.- Un-tersuchungen bey den Weissagungen und Wundern nö-,,thig sind, wo man nicht will betrogen seyn. Und ein„jeder kann auch hier wohl sehen, daß aus diesen Kenn-„zeichen viel leichter sey, die Falschheit einer Offniba-„rung einzusehen, als von ihrer Wahrheit überzeugt zu„werden. Denn jene verrath sich, wo man nur nickt gar„zu sehr geblendet ist, gar bald, wo nicht in dem einen,„jedoch in dem andern. Wie will man sich aber, zumal,,nach so langer Zeit, auf alle die erregten Fragen von„den Weissagungen und Wundern genüglich antworten,„daß nicht vieles überbliebe, das wir nicht zuverlässig„mit ja beantworten oder allen Zweifeln dabey begegnen„könnten. Daher denn nothwendig folget, daß sehr viele„von denen, welche noch die Fähigkeit und den Vorsaß„haben, die Offenbarung aufrichtig zu untersuchen, in der„Ungewißheit und Zweifeln stecken bleiben, oder die Of-fenbarung wol gar als falsch verwerfen. Und wie viele„bleiben denn wol von den, ganzen menschlichen Geschlechte„übrig, die einen gegründete» und zuverlaßigen Glauben„an die Offenbarung bekommen können?
§§. Ich habe in allem Obigem nichts unbilliges ge<„setzet. Die Vernunft und die Schrift selbst erfordern,,eine Gewißheit und Ueberführung des Glaubens. Die„Gewißheit kann aber nicht anders als durch obige Un-„tersuchung entstehen: und wer von Menschen nichts„fordern will, was über menschliches Vermögen ist, wird
„gestehen