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Zur Geschichte und Litteratur : aus den Schäzen der Herzoglichen Bibliothek zu Wolfenbüttel / von Gotthold Ephraim Lessing
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,,schcn als einen Hauch, der wieder in die Lust verflad-dert, so wie der leib in der Erde vermodert. DerMensch ist also, nach seiner Beschreibung ganz und garMaterie, verweSlich und sterblich. Und daher rechneters in seinem Gesetze unter die abergläubischen Hand-lungeu, wenn einer die Todten fragt: »emlich, weil dieTodten nicht mehr sind, nicht mehr leben, oder wiederaufstehen werden, und also auch keine Antwort geben,,können : eben so wenig als Wahrsager, Zeichendeuteroder Tagcwahler etwas von den Dingen, darum sie ge-fragt werten, wissen.

§§. ,,So reden und schreiben auch die Hebräer vondem Zustande der Verstorbenen. Das kluge Weib vonTekoah sagt zum Könige David: wir werden ge--wiß sterben, und werden seyn, wie das rvasser,das in die »Lrdc verjchicufr, 0as man nicht wie-der samm>cn k»nn. Hiob sagt zu Gott : MeineTage vergehen ohne Hoffnung. Gedenke, daß,,mein L.eben ein LVind ist, und meine Augennicht Niederkommen werden, zu sehen das Gu-,.re, und daß mich auch das scharfftchrigsteAugenicbr mehr sthcu wird; ja wenn auch deine 2lu«gen nach mir sehen werden, so werde ich nichtmehr seyn. lLine VOolke vergehet und fahretdahin: also, wer in das Grab hinunter fahret,kömmr nicht wieder herauf. Welche Worte nichtbloß in Absicht auf dieses i.cben geredet seyn können,weil er sagt, daß wenn auch Gottes scharfsichtige Au-gen nach ihm sehen wollten, so sey er doch nicht mehr.Hätte er geglaubt, nach dem Tode mit seiner Seelen

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