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Zur Geschichte und Litteratur : aus den Schäzen der Herzoglichen Bibliothek zu Wolfenbüttel / von Gotthold Ephraim Lessing
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z,da seyn, und der Gärtner mußte Befehl von seinemHerrn haben, den Züngern Jesu die Thür offen zu h il-ten. Ja dieser konnte auch selbst bey Tage und beyNachte ins Grab gehen und nur dem Körper machen,,jwas er wollte; oder einem andern solches zn thun er-lanben. Die Maria Maqdalena sagr es UN5 g<mz deut^lich: Sie habcn meinen ^errn U?fggcno»nmen,spricht sie, und nur rvissin nicbr, rvo sie ihn hin-getegr hüben. Und da sie den Garcner vor sich zu ha-ben meynt, spicht sie zu ihm: Herr, hast du ihnweggenommen, so sage mir, rvo h.st du ihnhmgclcgr, so icviU ich ihn hc>Ien. Sie setzet also,,zum voraus, daß der Körper in der verwichencn Nacht».könnte von dem Gärtner oder einigen andern wegge-schleppet seyn. Demnach isi es nach dem eigenen Be-richle des Evangelisten ganz wohl möglich gewesen, daßdie Jünger Jesu dessen Leichnam in der Nacht heimlichaus dem Grabe anderswo hinbrachten. Und es konnteden Juden nicht anders, als höchst wahrscheinlich vor-kommen, daß eben diese Zünder solches wirklich gethan»Denn, würden sie sagen, wollte Gott Jesum zumWun-der aller Wclr erwecken, warum sollte er es nicht beyTage, vor aller'^elr Augen, thun? warum sollte erdie Sache so veranstalten, daß, wenn einer auch noch sofrühe zum Grabe käme, derselbe schon das Grab offenund ledig fände, und nicht den geringsten Unterscheid»merkte, als wenn der Körper heimlich ans dem Grabe,,weggestohlen sey? Die Zeit war auch noch lange nichtvorbey, welche Iesu4 im Grabe zulningen sollte. ESwar gesagt, drey Tage und drey Nächre sollte er

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