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Zur Geschichte und Litteratur : aus den Schäzen der Herzoglichen Bibliothek zu Wolfenbüttel / von Gotthold Ephraim Lessing
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».ficht, daß sie ins Grab hineingehen und den todte«Körper nach jüdischer Art mit vielen Myrrhen, Aloeund dergleichen einwickeln wollen. Nun würden sie jawol als furchtsame Weiber nicht wider den Willen der,,Römischen Soldaten hineinmdringen suchen: oder we-nigstens sich im Hingehen den Zweifel machen: wie koln«men wir ins Grab? wie werden uns die Wachter durch-,lassen ? Der Stein ist versiegelt: wenn auch die Wachterwollten, so dürfen sie uns nicht hineinlassen: es ist eineunmögliche und vergebliche Sache. Allein darum sind siegar nicht bekümmert, sondern nur, wer ihnen den Stein,,von des Grabes Thüre walzen wolle: welches zumGrun-d? setzet, daß ihnen sonst nichts hinderlich sey, daß siesonst fr?« hinzukommen können, daß keine Wache davorliege. Wollte man sagen, die guten Weiber hatten viel-leicht nicht gewußt, was am vorigen Tage geschehen wäre:so mußten es doch gewiß nunmehro die Evangelisten Marscus, Lucas und Johannes so gut wissen, als Matthäus.Hätten nun diese Geschieht-Sckreibcr ein Grab in Ge-danken gehabt, das mit einer Wache besetzt war, sowür-den sie wenigstens, wenn sie die Weiber in dasselbe Hinseinbringen wollten, die Anmerkung dabey gemacht ha-ben: sie rvußren aber nicdr, daß das Grad mirHürern Verwahrer und der Srem versiegelt icvä-xe. Allein auch den Weibern selbst hätte die Sachenicht können verborgen seyn. Wir können der W'iber,nach der Evangelisten Berichte, wenigstens sechs rech-nen. Von so vielen Weibsleuten aber wäre es ein Wiln-der, daß sie das neue, was öffentlich geschehen war, nochnicht sollten erfahren haben. Die Hohen- Priester und

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