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Zur Geschichte und Litteratur : aus den Schäzen der Herzoglichen Bibliothek zu Wolfenbüttel / von Gotthold Ephraim Lessing
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»,ber, ja sichtliche und offenbare Erscheinung so lange mZweifel ziehen: und wir sollten nicht befugt seyn, dieWahrheit ihrer schriftliche» Nachrichten, worauf wir al-les müssen ankommen lassen, so ferne zu prüfen, daßwir sehen, ob ihr Zeugniß übereinstimme? Nein, wir»»haben schor, gar zu viele vorhergehende Beweise in Han-den, damit sich ihr neues nach Jesu Tode erfundenesSystema verrathen, als daß wir ihnen in der Haupt -Sache, worauf ihr ganzes Systema gebauet ist, nichtgenau aufmerken sollten»- SftK «pA» - - k/ -..',»-'

§§.Das erste, was wir bey der Zusammenhaltungder vier Evangelisten bemerken, ist, daß ihre Erzählungfast in allen und jeden Puncten der Begebenheit, so sehrvon ein ander abgehet, und immer bey dem einen anderslautet, wie bey dem andern. Ob nun gleich dieses un-mittelbar keinen Widerspruch anzeiget, so ist es dochauch gewiß keine einstimmige Erzählung, zumahl da sichdie Verschiedenheit in den wichtigsten Stücken der Be-gebenheit äusscrt. Und bin ich gewiß versichert, wennheutiges Tages vor Gerichte über eine Sache vier Jeu^gen besonders abgehörer würden, und ihre Aussage-re in allen Umstanden so weit von einander unterschie-den, als unsrer vier Evangelisten ihre: es würde we,nigstens der Schluß herauskommen, daß auf dergleichenvariirendcn Zeugen Aussage nichts zu bauen sey. Hierkommt es auf die Wahrheit der Auferstehung Jesu an,und so fern diese aus der bloßen Aussage von Zeugensollte beurtheilet werden, so ward in ihrem Zeugnisse ei«ne Uebereinstimmung erfordert, wer ihn gesehen, wo

und