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Zur Geschichte und Litteratur : aus den Schäzen der Herzoglichen Bibliothek zu Wolfenbüttel / von Gotthold Ephraim Lessing
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zu schließen: ist das letztere wahr, so ist das erstefalsch»Jedoch, es ist wahrscheinlicher zu glauben, daß das er-nstere wahr, und das letzte falsch sey. Denn da Josephsich vorher vorgenommen hatle, den Körper in seinGrab m nehmen, da wird er auch mit Beyhülfe desNieodemus o- sorgt und beschicket haben, was zum Be-graben nöthig war. Die Juden waren ohne das eilfer-tig mir d.!r Best>>tttlna ihrer Todten, als welches an».demselben Taae m aeschehen vfle^te, da einer gestorben»»,Es gehörte auch nicht viel Zurüstung zu diesem Werke»Der Körper ward aewaschen, und :u solckiem Waschenetwa wohlriechend W^er aebrancht, welches denn die,.PolIinctura oder Salbung der Juden ist: von andernkünstlichen Balsaimren wußten sie nichts. Dann wur-,.de der Körper mit lanaen Binden von j einwand, undder Kovf besonders m?t dem sogenannten Schweiß cTu-,,che od^r Schlupf^ Tuche umwickelt: die Reicheren streu-ten bep diesem Einwickeln wol Sv"cereyen, als gestvße-,.ne und mit einander vermischte Mnrrl'en und Aloe, mitin die Tücher, um dem Gcstanke und der Faulniß eini-ger maßen zu wehreu: d mn war die Sache fertig. Die-,>seS war nun alles bey Jesu geschehen: was war dennnaclcher noch für eine Salbung nöthig? was für neueSveeereyen? und wer hat je gehöret, daß ein todterKörper, wenn er einmal so zu seiner Ruhe gebracht war,so verunehret worden, daß man ihn wieder ausgewickeltund aufs neue gesalbet? Die Salbung oder das Wa-schen, die Pollinclura, gieng vor dem Einwickeln vvr-her, und war hier folglich auch geschehen, wie es dieWeise erforderte. Johannes sagt ausdrücklich: sie nad-

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