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die uns ißt erst zuverlässige Manner daraus mitgetheilethaben. Denn obschon der Menschliche Verstand nur sehrallmälig ausgebildet worden, und Wahrheiten, die ge-genwartig dem gemeinsten Manne so einleuchtend undfasslich sind, einmal sehr unbegreiflich, und daher unmit-telbare Eingebungen der Gottheit müssen geschienen ha-ben, und als solche auch damals nur haben angenommenwerden können: so hat es doch zu allen Zeiten und in al-len Ländern privilegirte Seelen gegeben, die aus eignenKräften über die Sphäre ihrer Zeltverwandten hinaus-dachten, dem großem Lichte entgegen eilten, und andernihre Empfindungen davon, zwar nicht mittheilen, aberdoch erzählen konnten»
Was sich also von dergleichen Männern herschrei-ben kann, deren noch itzt von Zeit zu Zeit einige aufste-hen, ohne daß man ihnen immer Gerechtigkeit widerfah-ren läßt, das kann zu keinem Beweise eines unmittelbargöttlichen Ursprungs gebraucht werden. Kann es diesenUrsprung aber nicht erweisen, da wo es vorhanden ist: sokann es diesen Ursprung auch nicht widerlegen, da wo esmangelt; und Bücher können gar wol von Gott seyn,durch eine höhere Eingebung Gottes verfaßt seyn, ob sichschon nur wenige, oder gar keine, Spuren von der Un-sterblichkeit der Seelen und der Vergeltung nach diesemLeben, darin» finden. Diese Bücher können sogar eineseligmachende Religion enthalten; das ist, eine Religion,bey deren Befolgung sich der Mensch seiner Glückseligkeitso weit versichert halten kann, als er hinausdenkt. Dennwarum dürfte eine solche Religion sich nicht nach den
Grenzen