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§- »7,
Auch hier also treffen Erziehung und Offenbarungzusammen. Noch konnte Gott seinem Volke keine an-dere Religion, kein anders Gesetz geben, als eims,durch dessen Beobachtung oder Nichtbeachtung eshier aufErden glücklich oder unglücklich zu werden boffteoder fürchtete. Denn weiter als auf dieses Leben gin-gen noch seine Blicke nicht. Es wußte von keiner Un-sterblichkeit der Seele; es sehnte sich nach keinem künf-tigen Leben. Ihm aber nun schon dich Dinge zu of-fenbaren, welchen seine Vernunft noch so wenig ge-wachsen war- was würde es bey Gott anders gewesenseyn, als der Fehler des eiteln Pädagogen, der seinKind lieber übereilen und mit ihm prahlen, als gründ-lich unterrichten will.
§. 18.
Allein wozu, wird man fragen, diese Erziehungeines so roben Volkes, eines Volkes, mit welchemGott so ganz von vorne anfangen mußte? Ich ant-worte: um in der Folge der Zeit einzelne Glieder dessel-ben so viel sichrer zu Erziehern aller übrigen Völkerbrauchen zu können. Er erzoq in ihm die künftigen Er-zieher des Menschengeschlechts Das wurden Juden,das konnten nur Juden werden, nur Männer aus ei-nem so erzogenen Volke.
§. 19.
Denn weiter. Als das Kind unter Schlägenund Liebkosungen aufgewachsen und nun zu Jahren desVerstandes gekommen war, stieß es der Vater auf ein-mal