5e erklärten, sich mit Cadir zur angeblichen Aufrechthaltung der Konstitution föde-riren zu wollen. Während dieser Zeit aber zeigt sich in Navarra und Arragonien ein Schwindelgeist anderer Art; zu Caspe^, Callatayud, Huesca und Alcanniz hatman Konstitutionssteine umgeworfen, und dabey: „Es lebe die Konstitution!Aber Tod den Republikanern!" gerufen. Man hat hie und da die freywillige Mi-liz entwaffnet, und die eifrigsten Konstitutionellen eingekerkert. Es ist kein Zweifel,daß hier geheime Triebfeder» spielen, und die der Regierung zugekommenen Berichtebezeichnen mehrere Geistliche, wovon einige von Bayonne heimlich nach Spanien zürück gekehrt, als die Häupter der Unruhen. Aus ihrem Benehmen sollte manschließen, daß sie ihre eigentlichen Plane noch nicht ganz an den Tag legen, son-dern bloß die Gemüther, auf die sie Einfluß üben, vorbereiten und zur Folgeleistunggewöhnen wollen. — Aus Corunna sind unterm 12. Dez. Nachrichten angenehmernZnuhalts eingelanftn. General Miua hat, im Einverständnisse mit seinen unter-geordneten Offizieren, den Militärbcfthl über Gallizien dem Marschall del Campsund Genieinspcktor Dou Namon-Lopez abgegeben, und den von der Negierungihm zum Nachfolger gesetzten General de Larre^ (der bekanntlich sich an die Spitzeder gallizischen Städte setzte, die es nicht mit Mina und Corunna halten wollten)feyerlich anerkennen lassen.
Paris , den 29. Dez.Die Pairskammer nahm gestern den vou der Deputirtenkammer ihr zugestelltenGesetzcscntwurf wegen Bewilligung der provisorischen 3 Srenerzwölftel einmüthigan, und ernannte durchs Lvos eine große Deputation, um den König zum neuenJahre zu beglückwünschen. — Das allmächtige russische Neich, sagt dieQuoti-dienne, wagt eine ausgedehnte, alle seine Hilfsmittel ansprechende Unternehmung.Urtheilt man nach den vorigen Kriegen, und vorzüglich nach dem von 1770, sohat man einen langen hartnäckigen Kampf zu gewarten. Unwegsame Gegenden,kahle Felder, HungerundÄrankheit werden den Türken machtige Hilfe leisten. Diemvscovitischcn Heere haben bisweilen über die Donau gesetzt, nie aber sind sie indie nördlichen Provinzen der Türken weit vorgerückt. Zahllose Hindernisse zwan-gen sie bald zum Rückzug, Romanzow hat der Gefahr solcher Unternehmungen amkühnsten getrotzt; der Titel Transdanubianer wurde ihm daher beygelegt, und die-ser prachtige Bcynamen beurkundet die Gefahren eines Kriegs, der zum Zweck hat,das Herz des byzantinischen Reichs zu verwunden. Die Politik des PetersburgerKabinets ist nicht mehr zweifelhaft; sie will über die weibischen Nachfolger Maho-meds II. das Loos der Commenen verhängen. Werden die Russen Herren der Ge-stade des Vosphorus, so werden sie wahrscheinlich diesem Triebe nach dem Orient,ihrer Stammgegend hin, bald folgen. Ihre Sitten, ihre politischen und Han-delsverhältnisse werden das Gepräge einer solchen Veränderung tragen. Die Noth-wendigkeit ihre neuen Besitzungen zu behaupten, und das besiegte Volk daraus zuverdrängen, wird ihre ganze Sorgfalt und Macht erfordern. Auf diefe Weise hät-te künftig ihre Negierung im westlichen Europa nicht mehr das Uebergewicht, daßsie seit derTheilung Polens , und besonders fettig^ erlangt hatte."— Seit eini-ger Zeit haben Uebelwollende eine neue Verschwörung gegen die Regierung unter-nommen. Sie hatten sich vorgesetzt, durch einen schnellen Streich das Schloß inSaumur wegzunehmen. Der General Iamin vereitelte jedoch dieses Unterneh.-men, von dem er zurrechten Zeit in Kenntniß gesetzt wurde, indem er am 2z. vonAngers aufbrach, und mit 2 Kompagnien des 44sien Linienregimentsnach Saumur marschirte, wo am 2z. 8 Unteroffiziere der Militärschuie, dann ein Adjutant, sowie ein Scrgeantmajor desselben Regiments verhaftet wurden. Im Augenblickeder Ankunft der Truppen rettete sich ein gewisser Delon, der als ein Hauptansiif-ter des Komplotts bezeichnet wurde, du- ch die Flucht. Die Untersuchung der Ver-schwörung ist den Militärgerichten übergeben worden.