Ausgabe 
14 (5.2.1854) 6
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müdete Sorgfalt und eine geregelte Krankenpflege schon den wohlthuendstcn Einflußauf den Kranken selbst Lnßerie, war sie es, die sich den kleinsten Einzelnheiten desHauses unterzog, gewöhnlich selbst die Stelle der Hausfrau und der Mutter derKinder vertretend, so war namentlich sie eS, die nicht selten die nothwendigstenLebensbedürfnisse aus den Händen der Wohlthäter sammelte und herbeilrug, so daßauf diese Weise 1206 Pom'onen Kost in Kianlenhäuser gebracht wurden. Dieß istdie Stellung deö Bundes, der sich in jüngster Zeic in unserer Stadt gebilvet, dießsind die Früchte, in dere-r ungcthcilier Anerkennung sich der allseilige Wunsch aus-spricht, eS möchte mit dem begonnenen Jahr endlich die förmliche Conftituirung desMutterhauses dahier zu Stande kommen, damit von da a»S in Filialhäusern auchandern Orten gleicher Segen der Liebe zu Theil werden möge.

Die Frauen vom guten Hirten in Neudorf.

Der schon seit vielen Jahren so segensreich wirkende Ordender Frauen vom gutenHirten" ist nun auch in die Wiener Erzdiocese verpflanzt. In Neudvrf bei Mövlingerwarben sie das ehemalige erzbischöfliche Schloß, ein Gebäude mit zwei Stockwerken,und sechs Joch Garten und Feldgrund. Das Haus sammt Giundftückeu ist mit einerneun Schuh hohen Mauer umgeben. Im zweiten Stocke sind jetzt 32 weiblicheSträflinge untergebracht, welche aber bis 15(1 verwehrt werden. Stiege, Gang undFenster sind mit Eisengitttrn gut verschlossen. Nebst den Schlafsälen befindet sich dortein sehr großes ÄrbeitSlokale, wo 30(1 Arbeiterinnen beschädigt werden könnten. ImWinter werdm sie mit Nähen und Stricken, im Sommer auch mit Gartenarbeitbeschäftigt Im ersten Stocke sind die Klosterfrauen, zu ebener Erde ist die Capelle,Küche, das Sprachzimmcr und Wohnungen für die Ausgehschweste-n. Es beftebt einevollkommene Klausur. Die sechs Klosterirauen und zwei LaieuschwestcUl, welche jetztin diesem Konvente sich befinden, sind zwar auS dem Mutteihause zu Äugerö, abergeborne Deutsche. Nächstens werden wieder einige Schwestern von dort erwartet.Hingegen sind rier Kandidatinnen ans Oesterreich , unier welchen eine Gräfin Evudeu-hofeu, nach Angcrö in Frankreich gegangen, um dort das Noviziat zu machen. DieSträflinge, welche nnter der Obhut dieser Ordenöfrauen stehen, haben eine eigeneKleidung, 1>laue Kleider mit blauen Schürzen, roihgestreiftc Halstüchel und weißeHauben. Die Seelsorge in dem Hause ist prvvisoris^. dem hochwürdigen P. LeopoldGusner auö dem Capuciuervrden übertragen.

Die Frauen vom guten Hirten dürfen nach ihrer Ordensregel wöchentlich zwei-mal Fleisch essen. Da aber die Sträflinge, um dem Gesetze zu genügen, nnr einmalin der W-'che Fleischspeisen bekommen dürfen, so hat die ehrwürdige Ob-rin des Kon-vents sogleich angcordnei, daß auch sämmtliche Ordensschwestern nur eiumal wöchent-lich Fleisch essen sollen. !Lic Sträflinge haben daher ganz gleiche Kost mit den OrdenS-fraueu. Eine solche freiwillige Entsagung um GoiteS und des Heiles des Nächstenwillen muß selbst auf verhanete Herzen Eindruck machen, und sie für eine gründlicheBesserung gewiuncu. (Oesterr. Volköfr.)

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B u d w e i s.

Gudweis, 22. Jan. Ein an den Klerus der Diöcese vom hochwürdigstenHerrn Gischos erlassenes Schreiben macht den Verschlag zur Begründung eines LiebeS>Vereines, dessen Zweck wäre,durch gewisse bestimmte Änbachisübungen nicht nur dieGnade einer glückseligen Sterbestunde für fämmiliche Vereinsmilglicoer zu erflehen,sondern auch im Todesfälle eines Aereinsglieves die Seele desselben der göttlichenBarmherzigkeit zu empsehlen." In diesen Verein werden nur Priester der BudweiserDiöcese aufgenommen, nnd die Anzahl der BercinSmitglieber, die bis zum 19. Märzl. I. ihren Beitritt anmelden sollen, ist auf 300 festgesetzt. (Prag . Ztg.)

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