Vierzehnter Jahrgang.
Sonntags-Beiblatt
zur
Augstmrger PostMtung.
12. Februar S^- 7.. 1854.
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Die Akademie der Propaganda am 8. Januar 1834.
Rom , 10. Jan. Zu den großartigsten Bildungsanstalten der Welt gehörtunstreitig die Propaganda. Die Stiftung rührt zwar von Gregor XV. her, aus demJahre 16Z2; aber die Ausführung kam erst unter dem uachfolgeudcn Papste Urban VlII.zu Staude, weßhalb das Institut auch LoIIegium Hirlianum genannt wird. DieOberleitung führt eine Cougregalivn, welche aus dreiundzwanzig Cardinälen bestehtmit dem Präftcten an der Spitze und mit emem Präfecten der Oecouomie. Secrctärist ein Prälat, der Sr. Heiligkeit wöchenilich Bericht erstattet; er steht in unmittel-barer fortwährender Verbindung mit den sogenannten Wnutali oder jenen Priestern,welche mit den Missionären in allen We.Itheilen correspoudireu. Die Milsiomire gehena»6 der Bildungsanstalr hervor. Knaben mit zwölf Jahren werden schon aufgenom-men — aus den verschiedensten Ländern, besonders aus solchen, wo keine höhernSchulen bestehen. Manche treten erst später ei». Auf die fünf Jahrgänge deS Gym-nasiums folgen zwei Jahrgänge der philosophischen Studien und vier JahrgängeTheologie. Gegenwärtig befinden sich 106 Alumnen an der Anstalt. Sie trageneinen schwarzen, offenen, rochgesütterten Talar. Ihre ConversatimiSsprache ist dieiialieuische. BiS zum Jahre 18^8 lcüeten Jesuiten dir Schulen und daS Alumnat;Weltpriester traten an ihre dnrch den Stnrm der Revolution erledigten Stellen undhaben sie jetzt noch innc. — Eine klare Vorstellung von der merkwürdigen Zusammen-setzung dcö Alumnats gewährt besonders die öffentliche Akademie in der Octave deSEpiphaniafesteS. Die Weisen deS Morgenlan! es, diese Erstlinge deö HeidcnrhumS inder Anbetung Christi, werden als das Sinnbild der Bekehrung des HciocnihumSdurch die ganze Octave in der Kirche 8. ^nelie-r clella Vallv gefeiert durch Hochämterin lateinischem und orientalischem Ritus und mit Predigten in italienischer, französi-scher, englischer und deutscher Sprache. Auch Protestamen finden sich zahlreich beidiesen Vorträgt» ein und sie hören vielleicht nie so unumwunden die Wahrheit, alsan diesem Triumphseste der katholischen Kirche . Die erste der beiden den scheu Pre-digten hielt der Fürst Hohcnlohe, die letzte der vier englischen wild Se. Cmmenz derCardinal Wiscman hallen. Im schönsten Cinklange mit dieser golteSnensllich-n Feiersteht die Akademie der Propaganda. Die Capelie der Anstalt war mit rothen, boroir-ten Tapeten geschmückt, wie cS die römische Fcstsitte mit sich bringt. Den Hochaltarverhüllte eine Tapelenwand, die mit dem Bildnisse Sr. Heiligkeit t'io IX. geznrt war.Die Tribune deö Hochaltars besetzten in dichter Menge die Alumnen, Gäste fülltendie Capeile; die ersten S tze nahmen der Cardinal Wiseman und der ehrwüidigeCapuciner-Cardinal ein. Andere Carvinäle befanden sich in einem Oratorium. Gegendrei Uhr machte ein lateinifcher Prolog den Ansang. Der Redner, ein Korse, behaup-tete, die astronomischen Untersuchungen über den Stern der Magier seyen ein neuer