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einander zu schließen, und Viele umarmten sich, das bereits vergossene Blut verwünschend.So erscheint der heilige FranciscuS von S!ss>si als Orpheus dcS MittelalterS, dieWildheit der Thiere und die Härte der Menschen bändigend. — Wenn eS nun schonin unserm jetzigen Zeitalter einen Verein gegen Thicrquälerei geben muß,so könnte man ihm keinen bessern Patron wünschen, als den heiligen FranciScuS,Dadurch würde die Humaue Grundlage dcS Vereines in eine christliche verwandeltwerden, und von dieser christlichen Gesiuuung ließe sich mehr Wirksamkeit erwarten,als von der Vcrihciluug preisgekrönter Traclätchen. Bilder und wahret das unschuldigeGemüth der Jugend — und die Thicrquälerei wird von selber aufhören. (Oest. Vfr.)
Vereinigte Staaten von Nordamerika .
In Cincinnati sand am Neujahrsfeste eine herrliche Fei>r statt. Es wurdenämlich, wie uns der „Wahrheitsfreund" berichtet, die heilige DreifaltigkeitSkirche andem genannten Tage vom hochwürdigsten Herrn Erzbischof Purcell feierlich eingeweiht.Der päpstliche Nuntius hielt das Poutificalamr. Ihm assistirten der hochwürdigcSuperior der FranciScaner von St. Bernhard als Erzpriester, P. Unterthiener, 0. 8. k°.von der St. JohanncSkirche, als Diacon, und der hochwürdige Herr Hengchold vonder St. Philomenarkirche als Snbdiacon. Der hochwürdigste Erzbischof Purcell undder hochwürdigste Bischof von Samt Palais von VinzenneS waren im bischöflichenOrnate anwesend; Caplan des ErzbischofS war der hochwürdige Herr Hammer vonder St. Marienkirche, uud Capian des Bischofs der hochwürdige Herr VoohrS, bis-her Vorsteher im hiesigen St. AloysiuS-WaiseubauS. Ceremoiiienmeister war der hoch-würdige Herr LiierS von cer St. JosephSkirche. Ferner waren von den HerrenGeistlichen anwesend: Hochwvrden Herr Kröger und Ritter von der heiligen Drei-saliiglcilökirche, Hochwnrten Herr Kühr von der Muttergotteskirche in Covington,Hochwürden Herr Hahn von der St. Pauluökirche, Hochwürden Herr DesalaerS vonder St. Michaelskiiche, und Hochwürden Herr Elkmann von der St. Marienkirche.
Die Festrede hielt (nach d.'in Evangelium) der hochwürvigste Gencralvicar Ferne-ding über den Tcrt Luc. 19: „Hente ist diesem Hanse Heil widerfahren." Es war«ine wahre Festrede, durch und durch vom kirchlichen Geiste und von kirchlicher Freudedurchweht.
Ehe der NuntiuS den apostolischen Segen ertheilte, hielt auch er eine kurzeAnrede in deutscher Sprache, in welcher er unter Andern» sagte, daß er willensgewesen, früher von Eincinnati abzureisen, aber sich gern habe cnifbaltcn lassen, derEinweihung der wieder aufgebaute» erste» deutschen Kirche hiesiger Stadt beizuwohnen.Er freue sich, hier geblieben zu seyn, und eS gereiche seinem Herzen zu einer großenFreude und Tröstung, so viele gute deutsche Katholiken versammelt zu sehen und inihrer Sprache anreden zu können. Die vielen großen und prachtvollen Kirchen derStadt seyen das sicherste Zeugniß für den Glauben und die Opferwilliakeit für dieSache dcS Glaubens von Seile der Kaiholilen. Diese große und prachtvolle Kirche,welche so eben wieder zum Dienste des Allmächtigen eingeweiht worden, sey ein wei-terer Beleg hiezu. Zwar sey die Kirche im Innern noch nicht vollendet und ermanglenoch manchen Schmuckes, daS werde aber ÄlleS nachgeholt werden, wie man vonden Denischcn EiminualiS gewohnt sey. Düse Kirche, wie sie jetzt dastehe, könnefüglich als ein Bild für jeden Christen bezeichnet werden. Denn obgleich man imVerbände der wahren Kirche lebe, so gebe es doch immer im Innern des Christen —im lebendigen Tempel dcS heiligen Geistes, wie die Schrift den Christen nennt —noch manches auszubauen und auszuschmücken, ja daS ganze Leben hindurch, so laugeder lebendige Bau stehe, dürfe von der wcitcrn Ausschmückung nicht abgelassen werden.Dieser Schmuck bestehe in Uebung aller christlichen Tugenden.
Hierauf folgte der bischöfliche Segen. Der hochwürdigste Erzbischof Purcell hieltdann auch noch eine Ansprache an das versammelte Auditorium, und machte beson-