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derS auf die Verleumdungen aufmerksam, welche von Seite der Presse und einesTheiles des PublicumS gegen den apostolischen NnntiuS in diesem Lande verbreitetworden seyen und noch heule wiederholt würden. Es sey dieses die größte Schmach,welche der schuldige Theil der Presse und deS PublicumS auf sich geladen habe zc.
Am Abend überreichte daS Baucomittee dem Herrn Nuntius eine Dankadresse,welche mit einem sehr schonen Gedicht begleitet war.
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Gegenüber dem schmachvollen Treiben der italienischen Flüchtlinge und derEchmähblätter verdient daS Benehmen deS protestantischen PublicumS gegen denpäpstlichen NnntiuS Monsignor Bcdini doppelte Aneikennnng Der Bürgermeistervon New-N rk lud den Gesandten deS heiligen StubleS amtlich zur Besichtigung deröffentlichen Anstalten der Ciadt ein, eine Ehre, welche nur den auSgezeichuelstenGästen widerfährt, und die Stadtbchörden halten hi'czu Wagen zur Verfügung gestellt.Am 10. November begann der NuniiuS vom Palaste des ErzbischofS von Ncw-Aorkauö, der ihn begleitete, seine Rundfahrt unter zahlreicher Begleitung, die immer sichvermehrte, so daß zuletzt der Zug zwanzig Wagen zählre. Der Nuntius besuchte dieBlinden - und Tanbstummen-Anstalt der Siadt, dann die zahlreichen WohllhätigkeitS-Anstalten auf den Inseln Raudalt, Ward und Blackwell. — Die beiden Prälatenstellten den zehn Gouverneurs und den Commissarien für die Einwanderer den Geist-lichen vor, welcher mit der Seelsorge für die Katholiken auf den drei Inseln beauf-tragt ist, und empfahlen denselben ihrem Schutze In den Krankensälen richtete derNuutiuS wohlwollende Worte an die Krankenwärter, besonders an jene, welche ihmalö den Katholiken feindselig bezeichnet worden, und die sich durch diese Aufzeichnunggeehrt nnd versöhnt fühlten. Auf der Insel Ward halten die Commissarien einprachtvolles Gastmahl zu fünfzig Gedecken veranstaltet, wobei eö natürlich an Toastenund Reden nicht fehlte. Der Nuntius ergriff selbst mchrmal daö Won und wurdemit größter Aufmerksamkeit gehört. Besonders klalschle man Beifall, als er amSchlüsse der Danksagung für die Ausbringung seiner Gesundheit saate: „Da Sie Alleden Papst als den heiligen Vater bezeichnen, wollen wir hoffen, daß er cincöTageS Sie Alle seine Kinder nennen kann." Am merkwürdigsten aber ist der Besuchin Kaughuaweya, ciuer Niederlassung von bekehrten Mitten. Sie waren seit längererZeit mit ihrem Pfarrer, einem würdigen Priester, der schon eiuuuddrcißig Jahre unterihnen arbeitet, im Zwist, uud alle Versuche zur Herstellung des Friedens waren bis-her vergeblich. Tic Gegenwart deö päpstlichen NuutiuS stellte ihn her. Wir theilenein Bruchstück auö der Rede mit, in welcher diese Gläubigen ihre Reue an den Taglegren und Besserung versprachen. „O Varer, sagten sie, deine Worte sind uuö liefins Herz gedrungen; wir werden sie niemals vergessen, weil du vom großeil Valerkommst, dem wir alle Liebe uud Ehrfurcht schuldig sind. Wir sind fest einschlössen,deinen Ermahnungen zu folge», zweifle nicht daran. Du hast uns Liebe nnd Einig-keil mit unserm Hirten gepredigt, uns wir werden sie haben. Du darfst diese erfreu-liche Nachricht dem großen Vater bringen, welchen wir Alle, obgleich in WeilerFerne, alö Kinder verehren. Du wirst damit sein Herz trösten und wir werdenunserm Worte treu sey». Du rufst uuS im Namen dessen, welcher der Vater vonuns Allen ist, auf den gnten Psav zurück, und mir gehorchen. Wir werden niemalsdieses schönen TageS und deiner Worte vergessen."
Doch auch an feindseligen Demonstrationen durfte eS nicht gänzlich fehlen.Monsignor Bedini war nach Cincinnati gekommen, um dem Erzbischof Purcell einenBesuch abzustatten. Ein unter dem Namen Freimännergesellschast (societ^ c>l d'reemen)bestehender Club von Deutschen zog am 23. December, etwa fünfhundert Mann stark,voil seinem Versammlungslocale nach dem von dem Erzbischofe bewohnten Hause; eSwurden Drohungen laut, welche die persönliche Sicherheit deS NuutiuS gefährdeterscheinen ließen. Die Polizeimannschaft, deren WachthauS sich dem erzbischöflichenHause gegenüber befindet, schritt gegen die Tumultuanlen ein. ES kam zu einem