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verheißen ist. Sey aber auch versichert, daß Wir sehr gern Alles thun werden, wasWir nur immer als zu Deinem und Deiner Heerde größerem Nutzen gereichend erken-nen werden. Unterdessen flehen Wir zu Gott dem Allerhöchsten demüthig und inbrün-stig, daß er in der Fülle seiner göttlichen Gnade Dir stets gnädig beistehen, undDeine Hirtensorgen segnen wolle, damit jener durch Deine Arbeit zu bestellende, mitDeinem Schweiß zu benetzende Theil seines Weinberges reichliche, erfreuliche Früchteder Gerechtigkeit von Tag zu Tag hervorbringe. Und als Unterpfand dieses höherenSchutzes und als Zeugniß Unserer Liebe zu Dir ertheilen Wir Dir selbst, EhrwürdigerBruder, und allen Klerikern und gläubigen Laien jener Deiner Kirche auö innerstemHerzensgrunde sehr gern den apostolischen Segen.
Gegeben zu Rom bei St. Peter den 2. Januar 1854, im achten Jahre UnseresPontificateS. . PiuS?. ?. IX.«
Eschweiler, 27. Febr. Die von den hochwürdigen Jesuiten -VäternPottgeißer,von Waldburg-Zeil und Smeddinck hier abgehaltene fünfzehntägige Mission wurdeam gestrigen Tage mit einem Kreuz-Umzüge beschlossen, wie einen großartigeren nndrührenderen der hiesige Ort wohl nie gesehen hat. Musterhaft war die Ordnungund der Anstand, die bei diesem außerordentlichen Zusammenflusse von Menschen undüberhaupt die ganze Missionszeit hindurch statt fand; denn nicht die geringste Klageüber irgend eine Störung, geschweige ein Vergehen, ist während dieser ganzen Zeitlaut geworden. Da die Kirche auch nickt den vierten Theil der Anwesenden hättefassen können, so mußte Herr Pater Pottgeißer die Schlußpredigt auf offenem Markt-platze halten, und war es dabei höchst rührend und lies erschütternd zugleich, aus dieAufforderung deS gewaltigen Neduers, dessen Stimme weithin verständlich durch dieStadt erscholl, eine Menge von wenigstens zwölftcmsend Menschen ihr Tanfgelübdewie auS Einem Munde erneuern zu hören. Die Wirkungen dieser heiligen Missionsind für Eschweiler und seine ganze Umgebung höchst erfreulich uud beachtenswert!).Abgesehen von den speciell religiösen und sittlichen, um welche eö sich bei einer Mis-sion zunächst handelt, dürften schon die socialen nicht hoch genug in Anschlag gebrachtwerden können, und glauben wir in dieser Hinsicht nicht zn viel zu sagen, wen»wir behaupten, daß in viele Herzen und Familien der Friede von Neuem eingekehrt,Hunderte in gegenseitigem Wohlwollen und Liebe sich näher gerückt, Tausende zntreuerer Erfüllung ihrer Standespflichten zurückgekehrt und die Laster ausgerottet wer-den sind, welche den Ruin der socialen Menschheit herbeiführen. Möchten die Mis-sionen in diesem ihrem unschätzbaren Nutzen für Staat und Kirche allseitig erkanntund gehörig gewürdigt werden! Hierorts hat es daran nicht gemangelt, denn obgleichdie hochwürdigen Väter sofort nach dem Schlüsse der Mission ihren Wanderstabergriffen, nm von bannen zu ziehen, so gelang es ihnen dadurch jedoch nicht, sichaller Dankes-Aenßcrung Seitens der Gemeinde zu entziehen, und dürfte es nicht leichteinen rührenderen Abschiev gegeben haben, als den der hiesigen Gemeinde von denHerren Missionären und umgekehrt.
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T r i e ft.
Trieft, 16. Febr. Der vorgestern hier von Treffen bei Laibach eingetroffeneMissionär, Mons. Friedrich Varaga, Bischof von Michigan in Nordamerika , begabsich gestern über Ancoua nach Rom, von wo er seine Rückreise nach Amerika wiederüber Trieft nehmen wird. Dieser würdige Prälat wurde in Wien , Laibach und beson-ders in seinem Geburtsorte Treffen mit der größten Auszeichnung und Begeisterungempfangen.
Verantwortlicher Redacteur: L, Schönchen.
Verlags-ZuHaber: F. C. Kreiner.