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anch an die Folgen ihrer Handlungsweise erinnert werden, ließen sie bei j>er Reini-gung der Kirche von papistischer Jdololatrie im ehemaligen Presbyterinm ein großes,schönes Oelgemälde zurück, das jüngste Gericht vorstellend. In Skoklorter steht dieGuadenmuttcr an ihrem alten, freilich jetzt entweihten Altar, in Westeräs ist einRosenkranzbild und in der Haupt-Kathedrale des ganzen skandinavischen Reiches, amSitze deS Erzbischofes, Upsala, der Leib de'> Landespatrons, des heiligen Olof. Einprachtvoller Silbersarg umschließt die heiligen Reliquien und blieb unverrückt au seineralten Stelle an der Evangelienseite deS ehemaligen Hochaltares. Soll dieß alleszufällig so geblieben seyn? Gewiß nicht. Der Katholik kennt keinen Zufall, er weißeS, daß waS geschieht, nach einem höhern Plane geschieht oder zugelassen wird, unddaß jeder Irrthum einmal sinken, die Wahrheit siegen müsse. Schon erhebt sich eineneue katholische Kirche im benachbarten Königreich Norwegen — die zweite im skan-dinavischen Norden —5 in Christicmia schon glänzt das Siegeszeichen von Golgathaans dem Thurme; auS der Diöcese Regensburg verließ ein Pfarrer seine einlräglichcPfründe, um bei dieser neueu Kirche als Missionär thätig zu werden; drei deutscheFrauen entschlossen sich, die Heimath, Bayern , zu verlassen, um bei dieser Kirche einekatholische Mädchenschule anzulegen, und wessen Namen wird die Kirche führen? —den des heiligen Olof. Und wie sonderbar! Als ob die sueeessio gpostolies sichsogar in dem kalten Granitsteine bewahrheiten sollte, bildet die mensg des Hochaltarsein Stein, der noch in der katholischen Zeit zum selben Zwecke diente, den man auSden Ruinen einer verfallenen katholischen Kirche hervorzog, und in ?em sich noch dasunverletzte 8opulorum der Martyrergebeine vorfand! Der seit 1838 in Skandinavien als apostolischer Vicar mit großer Selbftverläugnnng und Aufopferung wirkende Lau-renz Studach hat durch Unterstützung des Lyoner und Münchner MissionsvereinS dieseKirche wenigstens in ihrem Aeußern ausgebaut; noch fehlt die ganze innere Einrich-tung, noch hat der Priester keine eigene Wohnung, noch ist kein Gebäude für dieSchule — und doch blickt der fromme Vicar mit apostolischem Vertrauen auf seinWerk, das er mit zweihundert Thalern begonnen, und denkt schon an die Weihederselben. Ob ihm irgend eine Hilfe zukommen werde? Amerika und Afrika erhaltenaus Oesterreich so reiche Gaben, — Skandinavien kennt man nicht — und doch geradehier, trotz der barbarischen Gesetze ließe sich bei den vielen übriggebliebenen Ritual-ssrmen und katholischen Erinnerungen bei einer größern Priesteranzahl — (für ganzSchweden und Norwegen sind sammt dem neuen Priester vier katholische Geistlichethätig—) und bei nur etwas größern Geldmitteln in kurzer Zeit Erstaunliches leisten.Beten wir insgesammt, damit die verfolgte Kirche in Schweden Arbeiter und Wohl-thäter finde.
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na^. ^Pvqs ?!««' i^u^>L, z^uÄ-VW!, 5io -chw^'Nii! ilii7,wq»AZ''.»bS>'M n-l «zisiAProtestantische Zustände in Amerika .
Eine Nummer des Liegnitzer Kirchenblattes für evangelisch-lutherische Gemeindenenthält einen Brief eines zur Synode Missouri gehörigen lnlheriscben Pastors Claus(welcher vor mehreren Jahren von Schlesien nach Nordamerika auswanderte) an einenGemeindevorsteher Hilbig in Löwcnberg, worin eine Schilderung der dortigen Gemeinde-zustäude gegeben wird. In diesem Brief heißt eS: — „Vor allem theile ich Dir mitbetrübtem Herzen mit, daß in meiner Gemeinde eine Trennung vorgegangen ist.Getreues Beharren bei reiner Lehre war Ursache der Spaltung, Der größte Theilmeiner Gemeinde wollte meinen ordentlichen Beruf (zum Predigtamt) aufgehobenwissen, und mich jährlich oder doch auf unbestimmte Zeit dingen, so daß eS derGemeinde jederzeit freistände, ihren Pastor zn entlassen, auch ohne alle Ursache. Wirsind die Herren, sagen hier die Gemeinden, und die Pastoren sind unsere Diener,und es steht uns ganz frei, ob wir sie behalten wollen oder nicht! — Hunderte vonPredigern, die sich obendrein lutherisch nennen, lassen sich ans diese Weise miethen,— müssen dann natürlich auch so predigen, wie die Leute eS gern hören, und thunwas der große Hause sagt, sonst werden sie, wenn ihre Miethszeit abgelaufen ist,