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Italien in die benannten Studien zn senden, welche Zahl sich später verdoppelte,endlich durch die Gnade des GeneralministerS und der Lon^r. cle pi-op. ti6ö auf vier-undzwanzig stieg, die ersterer in verschiedene Klöster vertheilte, wo sie von den italie-nischen Ordensbrüdern liebreich und ohne Vergütung angenommen, unterrichtet undgekleidet wurden. Im Jahre 1784 war Fra Augustin Okic, weiland Kaiser Joseph II.lieb und werth, apostolischer Vicar ; dieser ermittelte eine Fundation, wovon zweiund-dreißig Zöglinge der bosnischen Provinz in den österreichischen Ländern erhalten undunterrichtet werden konnten; dieß der Anfang der Jugendbildung Bosniens im Bereicheder österreichischen Monarchie. Als die Zahl der Katholiken in Bosnien sich merklichvergrößerte, reichte auch diese Summe der Studenten nicht aus, und die durch denfranzösischen Krieg verursachte Devalvation des MünzgeldeS machte es unmöglich, umeinen geringeren Preis die Bosnier zu erhalten. Daraus entstand ein fühlbarerMangel an geistigen Kräften; um selbem vorzubeugen, traten die unvergeßlichenBischöfe Ungarns, Kroatiens und Slavoniens inS Mittel. AIS Abgeordneter derProvinz erschien der verdienstvolle, noch jetzt lebende Priester Philipp PaSalic, wel-cher bewirkte, daß weiland Ercellenz Alexander Alagovic , Bischof von Agram, vierZöglinge versorgte; Se. Ercellenz der jetzt glücklich regierende Erzbischof von Agram,Georg Haulik unaufgefordert ebenfalls vier; Se. Ercellenz Bischof von Weßprim,später Primaö von Ungarn , KopacSy, einen; weiland Klobushitzky, Erzbischof vonKolocza, zwei; Se. Ercellenz Bischof von Szathmar, HSm, zwei; Hochw. Bischof vonDiakovar , Josef Kukovic, einen; S. Eminenz Johann Scitowsky, als Bischof vonFünfkirchen , einen; das hochw. Domcapitel von Kolocza, serner von Weßprim je einen;der hochw. Cisterzienser-Abt von Zircz einen; Herr Ludwig Spech von Eolocza zwei;sämmtliche Zöglinge übernahm die Provinz des hh Erlösers für die bestimmte Pensionund zwei überdieß noch gratis durch Bestreben des Pater ProvincialS Stephan MagocSy;auch die Capistrancr-Provinz verzichtete ans die Pension eines Zöglings durch ein Jahr.
Als vor dem AuSbruche der ungarischen Revolution zwischen der Provinz unddem damaligen apostolischen Vicar Bisckof Fra Raphael Bariöic MißHelligkeiten ent-standen, wurde und zwar im Jahre 1842 von Zöglingen der Besuch der ungarisch-slavonischen Klöster untersagt. Nach Beendigung sowohl der Revolution als deö Pro-cesses zu Gunsten der Provinz arbeitete man dahin, die Josephinische Fundation ihrerfrühern Bestimmung zuzuführeu. Die Provinz fand in dem hochwürdigsten HerrnBischof von Diakovar Joseph Stroßmayer einen Wohlthäler, der auS Liebe zumGuten keine Mühe scheute und bei Sr. Eminenz dem apostolischen NuntiuS die Pro-vinz-Angelegenheiten vertrat. So ordnete eS die göttliche Vorsicht, daß den Armengeholfen wurde im entscheidenden Momente. Der Weg war angebahnt, die Provinzsandte ihre Vertrauensmänner nach Wien ; und da auch eine befriedigende Antwortvon Rom eintraf, folgte am 16. November 1852 von Sr. k. k. apostolischen Majestäteine allerhöchste Entschließung, kraft deren das Kapital wieder in die vorige Wirksam-keit treten und dem ursprünglichen Zwecke zugeführt werden sollte. Nur war SeitensdeS päpstlichen Stuhles die Klausel beigejügt, daß die Siudireuden nicht wie ehemalsin verschiedenen Ländern zerstreut würden, sondern in oorpore beisammen bleiben undunter der Obhut ihrer rechtmäßigen Obrigkeit stehen sollten. Da war eS wieder derhochwürdigste Herr Bischof Josef Stroßmayer, der den Ausweg fand und Mittelschaffte, durch Eröffnung seines Seminars für die Bosniter bis zur Zeit einer bessernZukunft. Sechzehn Zöglinge mit drei Vorständen nahm er gütigst auf und versorgtesie mit dem Nothwendigsten. Nur ist zu bedauern, daß Luft und Wasser, zwei unent-behrliche Elemente, den Studirenden nicht gedeihen, weßhalb einige in ihr Vaterlandzurückzukehren genöthigt wurden. Alle sind Professen, befolgen ihre Ordensregel,welche ihre Vorgesetzten, ein Quardian, Prüftet und Spiritual, getreulich überwachen;alle Tage wird das Chorgebet treulich verrichtet und an den Festtagen begeben sie sichmit dem DiöcesankleruS in die Kathedralkirche. Dieß vom innern Wesen und derOrganisation der boSnisch-argentinischen Provinz, (Fortsetzung folgt)
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