Ausgabe 
14 (18.6.1854) 25
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hochverdienten ManneS ein Denkmal setze. Die Todtenfeier des hohen Verblichenenmußte in der Kirche des heiligen Carl zu Belinari gehalten werden, welche dem Bar-nabitenkloster gebort, in dem er viele Jahre hindurch wohnte, da er noch einfacherOrdenSmann war, und wo er auch seine Ruhestätte gewählt hat. Er hatte diesesHaus immer geliebt und begünstigt, und ihm auch seine Bibliothek vermacht. SeinSecretär, die andern Priester seiner Haushaltung und die Glieder derFamilie", wieman in Rom die Dienerschaft der Cardinäle, Fürsten und Prälaten bezeichnet, habeneinen reichen Antheil an den Schenkungen seines Testaments erhalten.

AuS Böhmen .

Mariaschein bei Teplitz . Am 4. Mai a. e. begann in der NachmittagS-stunde in der eben so majestätischen als lieblichen Marienkirche, die von den Väternder Gesellschaft Jesu bereits seit Jahresfrist pastorirt wird, die Seligsprechungsfeierder beiden Märtyrer Pater Andreas Bobola und Johannes de Britto ausdem Orden der Gesellschaft Jesu . Ihre Bilder prangten neben dem Gnadenbilde derGottesmutter am Hochaltare. Als uach vorausgegangener Einleitung und Vorlesungder Seligsprechungsbullen die Bilder enthüllt wurden, war die andächiige TheilnahmedeS zahlreich anwesenden Volkes mehr als eine heilige Neugierde. Denn dieses gläu-bige Volk hatte hierin einen neuen von Gott durch Wunder bestätigten Beweis fürdie Wahrheit des katholischen Glaubens, für den beide Heilige ihr Leben gelassenhaben. Auch liegt wohl der Gedanke sehr nahe, daß die Jesuiten , von denen schonso Viele zur Ehre der Altäre gelangt sind, doch ganz andere Leute seyn müssen, alssie die Gegner deö katholischen Glaubens in Romanen und andern verderblichenSchriften oft schildern. Das Fest wurde verherrlicht durch die Anwesenheit des hoch-würdigsten Herrn Bischofes von Leitmeritz, der nicht nur am Vorabende des Festesdie Ponlifical-Vespern, sondern auch sämmtliche drei Tage der schonen Feier Amt undVespern, desgleichen auch die erste Predigt'hielt, in welcher er mit wahrhaft aposto-lischer Salbung über den Glauben sprach. Durch die Tage hindurch waren nebstdem Pontificalamt und Vesper täglich zwei Predigten', deren Inhalt sich der Reihenach über die theologischen und Cardinaltugenden verbreitete. Der Eindruck der schonen,seltenen Feier senkte sich gewiß tief in die Herzen dtl Gegenwärtigen, um so mehr,da Gottes Gnade und Barmherzigkeit sich würdigte, durch die Fürbitte seiner verherr-lichten beiden Diener eine wunderbare Gebetserhörung geschehen zu lassen > die nebenandern besonders öffentlich bekannt geworden ist. Der katholische Schullehrer vonEberSdorf, einer von Mariaschein nicht weit entfernten Ortschaft, hatte ein kleinesTöchtcrchen, die Jahre lang von einer schrecklichen Krankheit geplagt war, und auSErfahrung wußte der betrübte Vater, daß jeder Anfall des Uebels dem Kinde eineschreckliche Nacht bereitete. Gerade während der Seligsprechungsfeier in Mariaschein wnrde das arme Mädchen wieder von der Krankheit angefallen. Der Vater nimmtseine Zuflucht zn den beiden seligen Märtyrern, deren Feier eben in seiner Nähebegangen wird. Kaum hat er ein Vater unser gebetet, so wird das Kind ganz ruhigund schläft ohne die mindeste Störung die ganze Nachr, waS bisher noch nie der Fallgewesen war, sobald sich die Krankheit eingestellt hatte, die vielmehr immer demkranken Kinde wie der ganzen Familie gleich furchtbar war. Die Erhöruug snneSGebeteS bewog den Vater, sogleich am folgenden Tage nach Mariaschein zu kommenund den beiden Seligen vor ihren Bildnissen seinen Dank abzustatten. (Schl. Kbl.)

Zur Kirchengeschichte Bosniens.

IV.

Die Franciscaner-Väter Bosniens versehen außer den den Klöstern einver-leibten noch sechsundvierzig Pfarreien, nebst einigen Localcaplaneien, mit einer