Ausgabe 
14 (2.7.1854) 27
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Kanonikus Dittrich, empfangen und feierlich eingeführt, worauf das Homagiumsämmtlicher Ordensbrüder erfolgte. Nachdem bereits am 11. und 12. Juni voneinem Ordenspriester religiöse Betrachtungen über die OrdenSgelübde gehalten wurden,wurde die Visitation selbst am 13. früh mit einer Sitzung eröffnet, in welcher SeineEminenz den Versammelten den Zweck, die Nothwendigkeit und Wichtigkeit der Reformans Herz legte, sodann die neuen Statuten vorlas und erklärte. Nachmittag war daSexamen psrtieulsre, wobei zugleich jeder die Erklärung schriftlich abzugeben hatte, ober der Reform beitrete oder nicht. Das schönste Zeugniß von dem guten, hier herr-schenden Ordensgeiste liegt gewiß darin, daß sich Alle, kein einziger ausgenommen, zurAnnahme der Reform bereit erklärten. Am 14. besuchte Seine Eminenz jede einzelneZelle, und nahm hierauf die Visitation der Kirche, des SpitaleS, der Apotheke, deSNoviciateS, der Bibliothek und der Avministrationsbücher für die geistlichen so wieökonomischen Angelegenheiten vor. Seine Eminenz sprachen sich anerkennend über dieallemhalben herrschende gute Ordnung aus. Die Visitation wurde mit einer Sitzung,an welcher der hochwürdige Convisitator, der hochwürdige Herr Provincial und dashochwürdige Definitonum Theil nahm, geschlossen. Seine Eminenz brachte dann beiTische einen väterlichen Toast auf das Wohl und Gedeihen deS OrdcnS aus,dener nicht nur vvu Herzen liebgewonnen habe, sondern hochschätze und achte." Derhochwürdigste Convisitator dankte im Namen deS hochwürdigen ConventeS, brachte dieherzlichsten und ehrfurchtsvollsten Segenswünsche für daS Wohl Seiner Eminenz unddie Versicherung dar, daß Sich Hochvicselben durch Ihre Liebe und väterliche Mildeim Herzen jedes Einzelnen ein unvergängliches Denkmal der Dankbarkeil und kindlich-sten Ehrfurcht erbaut haben.

Nachmittag nahm Seine Eminenz in Begleitung deS hochwürdigsten ConvisitatorSdie Visitation im ReconvaleScentenhauö auf der Landstraße vor, wo ebenfalls alles ingedeihlicher Ordnung befunden wurde. (Oesterr. Volksfr.)

Pilgerreise in das heilige Land.

Dem Denkenden wird bereits klar seyn: das heilige Land hat, wahrend dieEinen im Materialismus schlummerten, die Andern vor Angst bebten vor der Zukunft,eine Idee ing Leben geworfen, die eine neue Karte von Europa und allen Künsteleiender Politiker zum Trotz neue sociale und kirchliche Verhältnisse schaffen wird. Wiedieß Alles enden wird in der nächsten Generation, wir wissen eS nicht. Die Katho-liken können nur hoffen uud beten. Das katholische Frankreich , neuerdings in sovielen glänzenden Beispielen vorangegangen,-hat auch die katholische Idee der Pilgerreisein das heilige Land wieder ausgegriffen und mittelst geschickter Benutzung der reichenHilssmiltel der Zeit thatsächlich gezeigt, daß eine solche Reise, wenn auch nimmerleicht und einem "iiuiu clu plsisir vergleichbar, doch nicht unmöglich, ja nicht einmalso gar schwierig. Ich erlaube mir nun hiermit, sowohl als Mitglied jener Gesell-schaften, als in besonderm Auftrage, nachstehende Bemerkungen:

1. Es wird eine Sache des deutschen Vaterlandes wie der katholischen Kirche im Morgenlande seyn, daß die Katholiken Deutschlands den französischen nicht nachstehen an Wärme und Theilnahme für das heilige Laus.

2. Für die Deutschen , welche etwa vom frommen Eifer getrieben werden und inder Lage sind, das Vaterland des göttlichen Heilandes zu sehen, das Landso vieler Wunder und Gnaden zu besuchen, kann ich die erfreuliche Mitthei-lung machen, daß bereits in Jerusalem solche Einleitungen getroffen sind,wonach im nächsten Frühjahr die österreichische Regierung daselbst ein eigenes,mit den erforderlichen Räumlichkeiten versehenes Hospiz zur Verpflegung derdeutschen Gäste stellen wird.

3. Das österreichische Consnlat wird mit der österreichischen Lloydgesellschaft inVerbindung treten und Alles aufbieten, um für die Seereise jene Erleich-