Ausgabe 
14 (2.7.1854) 27
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terung von 5V "/ Rabatt zn verschaffen, wie dieß bereits von Seiten derAdministration deS französischen Seedienstes in dem gleichen Falle gewährtworden.

^. ES wird aber znr fernern Organisirung jener Angelegenheit nothwendig seyn,daß sich bei der nächsten Versammlung der katholischen Vereine Deutschlands ,in Köln sowohl als in Wien , ein eigenes Comite bilde, welches diese An-gelegenheit als eine katholische in die Hand nimmt und derartige Anordnungtreffe, daß die Pilger bei einem etwaigen dreißigtägigen Aufenthalte im hei-ligen Lande alle heiligen Orte und historisch merkwürdige Stelleu im heiligenLande in aller Andacht, Ruhe und Sicherheit, ja selbst bei der RückkehrRom , um den mäßigen Preis (erster Classe) von fünfzig Thalern, (zweiter)vierhundert Thalern besuchen köuueu. Die Franzosen haben bereits bei wieder-holten Versuchen bewiesen, daß dieß möglich ist.Nach den in Jerusalem auf dem Patriarchate getroffenen Vereinbarungen sollenjene Pilgerreisen dreimal im Jahre künstig stattfinden, nämlich im Frühjahre zur Fcierdes Osterfestes, im Herbste zur Feier der Kreuzauffindung und im Winter zur Ver-herrlichung des GeburtSfesteS des Herrn. Es würden durch diese Auordnuug nichtbloß wiederholte Gelegenheiten gegeben zu jener so heilsamen und herzstärkenden Reise,sondern auch Uebelstände vermieden, die sich bei einer größern Anzahl von Reisendennothwendig einstellen möchten. Sollten vor der Hand einige meiner verehrten LandS-leute seyn, welche das heilige Land schon im Spätsommer »u besuchen wünschen undzwar unter so günstigen Bedingungen, so würden sie wohl lhnn, sich zeitig mit mirin Verbindung zu setzen, damit sie bei dem Pariser Comitö eingetragen werden. Daman sich, wie es in der Natur der Verhältnisse liegt, nur auf eine bestimmte Zahleinlassen kann, so dürsten leicht Verspätungen den Ausschluß bewirken. Für Diejeni-gen aber, welche es vorziehen, mit nächstem Frühjahre mir den Deutschen zu reisen,und weil eine derartige Reise doch immer viel Vorbereitungen erfordert, bemerke ich,daß sie wohl thun, sich während der Zeit mit einer genauen Topographie des heiligenLandes bekannt zu macheu, wozu wohl zwei Bücher, nämlich das alte Werk vonGuaresimus 'I'orrs ssnets und das neuere von Mislindie heiligen Stätten" amgeeignetsten sind.

Nach dem französischen Programm betragen die etwa ans zwei Monate berech-neten Reisekosten vom Orte der Abfahrt (Marseille ) erster Classe zwölfhuudcrt, zweiterClasse tausend und dritter Classe etwa achthundert Franken. Für diejenigen, welcheauf dem Rückwege Rom, Constantinopel, Griechenland sehen wollen, ist nur ein ganzunbedeutendes Geldopfer erforderlich.

Da mitunter Handwerker, ja auch wohl andere Leute ohne alle Mitte! u.tchJerusalem reisen, so bin ich im Namen der Väter des heiligen Landes und insbeson-dere auch deS deutschen Beichtvaters in Jerusalem beaufiragl zu warnen:

1. Daß eS Niemand ohne das erforderliche Reisegeld von wenigstens hundertThalern versuchen möge, die unter solchen Umständen mit großen GefahrenLeibes und der Seele verbundene Reise anzutreten.

2. Da die Pässe und sonstige Umstände nicht immer die gehörigen Aufschlüssegeben, ob die Personen, die sich als Katholiken in Jerusalem melden, michwirklich Katholiken sind, so wird eS durchaus erforderlich seyn, daß jederPilger ein Zeugniß von seinem Ortöpfarrer mitbringe, der in solchem Fallenoch überdieß Zeit und Gelegenheit findet, mit Rath und That an die Handzu gehen, damit die Reise wirk ich jene geistigen Vortheile bringe, die sie mitgehöriger Vorbereitung und dem gehörigen Sinne angetreten, im nothwen-digen Gefolge hat. Pilger, welche ohne eine solche Bürgschaft nach Jerusa-lem kämen, würden zwar an der Gastfreundschaft der Brüder des heiligenFranz nicht leiden, aber da man hier so manche betrübte Erfahrung gemacht,das Unglück habeu, nicht zu den Sacramenten zugelassen zu werden; Pilgeraber, welche ohne daS erforderliche Reisegeld abgehen, in Gefahr kommen,