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nicht gegen landesherrliche Rechte. Die katholische Kirche , die alte Lehrerin der Völ-ker, die Gründerin fast aller Schulen nnd BildungSanstalten, fordert daS Recht, diekatholischen Kinder kaihvlischcr Eltern ln katholischen Schulen bilden und erziehen zudürfen, und es wird ihr abgeschlagen im Namen unveräußerlicher Hoheitsrechte —das Frcimaurerthum drängt sich Vagegen in alle Stellen, ans alle Lehrstühlc, machtdie äußerlich und gesetzlich bestehende Gleichberechtigung bei Stelleu und Aemtern durchgeheime Verbindung zur Unwahrheit, beherrscht unzählige Schulen, in denen nun diekatholischen Kinder der arglosen katholischen Eltern nach geheimen Grundsätzen dieserKaste der Aufgeklärten erzogen werden, nnd daS ist mit Nichten gegen die Rechte derLandeshoheit. Die katholische Kirche fordert d,iS Recht der Verwaltung ihres Ver-mögens und daS ist unzuläßi'g, weil gegen LandeShoheitSrechte — daS Frcimaurerthumverwaltet ein ungeheures Vcrmögeu und verwendet eS zu geheimen Zwecken, rmd daSverletzt jene Rechte nicht. So steht die katholische Kirche in Deutschland da, vonder man doch weiß, daß sie den Glauben an den Sohn Gottes, Jesus Christus ,bekennt, — so dagegen daS Freimaurcrthum, von dem es doch mindestens noch sehrzweifelhaft ist, ob cö sich (wir reden hier naturlich nicht von einzelnen Mitgliedern)mir dem Glauben an den Sohn GottcS vereinigen läßt. Und, was diesen Gegenstandnoch mehr beleuchtet, dieselben Menschen, die als Freimaurer alle diese Rechte selbstausüben, ohne über Verletzung der HoheitSrechtc sich zn beunruhigen, sie sind cS ebenin der Regel, die als Beamte und Unterbeamte der Kirche Christi im Namen derHohcilsrcchte diese Rechte bestreiken, um danu in demselben Namen auch die KircheChristi zu regieren. Das ist eS ja, was in der That stattfindet, wenn die Bischöfeder katholischen Kirche selbst ihre Rechte nicht mehr üben können, dann leiten sie inihren geheimen Versammlungen ihren Orden, und zugleich als Beamte, statt derBischöfe, die katholische Kirche . (Katholik.)
Zur Kirchengeschichte Bosniens.
Aus Slavonien, 20. Juni, In neuester Zeit haben sich die kirchlichenVerhältnisse in Bosnien etwas günstiger gestaltet. Unter der Regierung des SultansAbdul Medjid Chan erfreuen sich die Bosnier einer größer» Freiheit, welche dieFranciöcaner-Väter zur Erbauung neuer Kirchen benützeu. Dem Pater ProvincialAndreas Kujuncic gelang cS bei seiner Umsicht und Klugheit, die Erlaubniß zum Banvon vier nenen Kirchen sammt Klöstern zu erhalten. Bei den beschränkten Gclvmittclnlöuncn jedoch die Väter nur einige sehr kleine Kirchen und Schulen errichten. Dieerste Volksschule verdankt ihr Entstehen dem verstorbenen EliaS Starcevic. Im Jahre1828 ließ das Defimtorium mehrere Schulen errichten, so daß gegenwärtig in Travnik ,Varcar, Foinica, KreScvo, Livna und Ultra Schulen, die von Kindern beiderleiGeschlechtes sehr eifrig besucht werden, bestehen. Wo die Bevölkerung gemischt ist,besuchen auch schismatische Kinder, zwanzig bis fünfzig an der Zahl, diese katholischen Schulen. Doch wegen Mangels an hinreichenden FvndS und tauglichen Lehrern, wc.ienUnmöglichkeit der Erhaltung der Schulgebäude mußten neuestenS die kaum ins Lebengetretenen Unterrichts - Localc geschlossen werden. Die Lehrer waren ausschließlichCapläne, die sich nur zu jener Zeit dem Unterrichte widmen konnten, die ihnen vonihrem BerufSgeschäsle in der Seelsorge, übrig blieb, Schulbücher gab eS gar keine.In dieser betrübenden Lage fügte eS die Vorsehung, daß Se, k. k. apostolische MajestätFranz Joseph zur Gründung der Volksschulen in Bosnien jährlich 1000 fl. C.M. znbewilligen geruhte, und die eiste Hälfte des Jahres 1854 vorhinein bereits aller-gnädigst übersandte.
Zur Aufführung neuer Kirchen und Klöster war aber die Bewilligung deSapostolischen Stuhles und deS FranciScaner-OrdenSgeneralS nothwendig; und deßwegenhaben die im Kapitel zu Suti'Ska am 29. April 1852 versammelten Vorsteher um die