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Wissens sogleich an 3WV Dollars unterzeichneten. Wenn der Herr zu diesem Werkeseinen Segen gibt, so sind die Folgen unberechenbar einflußreich für das Wohl derGläubigen, namentlich der deutschen.
Zur Consecration der Kathedrale fand sich zum großen Jubel der ganzen Diöcese,und namentlich der Stadt und deS so eben daselbst versammelten Klerus, der päpst-liche Nuncius, Monfignor Bedini, Erzbischof von Theben, ein, welcher auch die Ein-weihung der Kathedrale selbst vornahm. Dieses prachtvolle Gebäude steht mitten inder Stadt auf dem erhabensten Theil derselben, und dominirt sie besonders gegen dieSeeseilc hin, wo die Kathedrale das Gebäude ist, welches man vom Schiffe auszuerst in der Entfernung von vielen Meilen erblickt. Die übrigen Tausende von Häu-sern dieser ausgedehnten Stadt scheinen sich um dieses erhabenste Gebäude gleichsamwie die Küchlein unter die Flügel der Henne zu drängen: dieses Bild stellte sich mirso oft vor, als ich nach dieser Stadt vom See aus kam. Der Act der Consecrationselbst war ein für Amerika gewiß noch nie gesehener, und wird in der Geschichteder Kirche dieses Landes für immer einen ausgezeichneten Platz einnehmen. Da wovor einigen wenigen Jahren noch die wilden Indianer ihre Kriegsversammlungenhielten, steht nun eine prächtige Kathedrale in Mitte einer großen Stadt, die einGesandter des heiligen Vaters einweiht, unter Assistenz von zwei Erzbischöfen, dreiBischöfen und über siebzig Priestern. *)
Hierauf gab ich noch eine Mission zu Neutrier in Illinois und zu Neuköln inWisconsin und begab mich nach dem Staate Iowa (Ajowe) um die Diöcese Dubuguemit Abhaltung von Missionen zu durchreisen. Meine Absicht war zwar eine ganzandere. Ich dachte besser zn thun, wenn ich mich nur vorerst den östlichen Staatenzuwendete. Da ist die deutsche Bevölkerung, wie man hier sagt, bereits gesettelt,d. h. so angesiedelt, daß wenige neue Einwanderer sich mehr im Lande niederlassen.DaS Land ist in diesen ältern Staaten für die armen ankommenden Deutschen bereitszu theuer; die müssen ihre neue Heimat in dem ferneren Westen suchen, wo man nochden Acre Land um einen Thaler vom Staate kauft. Handwerker, die neu ankommen,siedeln sich jedoch in den Städten der östlichen Staaten noch fortwährend an. Ichdachte demnach besser und klüger zu thun, wenn ich diese bereits arrondirten Gemein-den vorerst besuchte, während welcher Zeit sich die westlichen beinahe täglich vergrö-ßern, und dann zurück in den Westen zu kehren, um an demselben Platz vielleichtdreimal mehr Katholiken zu finden, als es dort derzeit in den sich bildenden Gemein-den gibt. Indeß „der Mensch denkt, Gott lenkt", ist ein alteS, bewährtes deutschesSprichwort, das sich auch hier aus hocket erfreuliche und trostreiche Weise bewährte.Se. Gnaden der hochwürdigste Bischof LoraS ließ mich nämlich durch den hochwür-digsten Bischof Henni von Milwaukie ersuchen, seine Diöcese in diesem Jahre znbereisen. Der hochwürdigste Bischof Henni sagte dieß sogleich in meinem Namen zu,weil er wußte, daß ich die Absicht hätte, den westlichen Theil Wisconsins zu besuche»,dem gegenüber der Staat Iowa liegt. So war ich nnbefragt durch ein bischöflichesWort gebunden, worauf noch eine Menge von Umstänsen und Einladungen mich injene Gegenden drängte. Ich konnte nicht anders als denken, eS sey so dci heiligsteWille GoiteS, und er war eS in der That, ja ich überzeugte mich an Ort und Stelleaugenscheinlich dessen.
(Schluß folgt.)
Die Einweihung der Schneekoppencapelle.
BreSlau Am 21. v. M. hat der hochwürdigste Fürstbischof daS höchstgelegene Gotteshaus in Norddeulschland, die Schneekoppencapelle, feierlich geweibt.Ueber diese Feier wird dem Schl. Kchbl, geschrieben:
Vormittags predigte der hochwürdigste Erzbischof von New-Bork, Dr, Hughes. Nachmittagshielt ich die Predigt an die Deutschen. Abends predigte der hochwürdigste Erzbischof von Eincinnali.