Vierzehnter Jahrgang.
Sonntags-Beiblatt
zur
Augsburger NoKMung.
30. Juli ^ 1854.
DteseS Blatt erscheint regelmäßig «Ue T-ouutage. Der haldjährige Abon»em^nl«prei«kr., wofür e< durch alle köuifll. bayer. Poilümter und alle Buchhaudlunne« de^oaen werde» kanv.
Missivnsbericht vom Jahre
an den hochlöblichen Ludwigs-Missionsverein zu München , von ?, F. X. Weninger,Priester aus der Gesellschaft Jesu und Missionär in Nordamerika .
(Schluß.)
Ich eröffnete die erste Mission in der Stadt Dubugue selbst, der größten Stadtim Staate, am Mississippi gelegen, woselbst auch der Bischof sunen Sitz hat. Iowa zählt unter seinen Bewohnern viele der Flüchtlinge auS Europa , und somit eine Mengeder entschiedensten ReligivuSfeinde, ja man muß eS sagen, der rasendsten GvtteSfeinde.Wie ungelegen kam diesen radikalen Satanssöhnen die Abhaltung der Mission, undihr belebender nnd rettender Einfluß. Wie oft hörte ich hier und durch ganz Iowa die sich uuabläßig wiederholende Versicherung: „Wären Sie jetzt nicht gekommen, ichwäre ewig verloren; ich war schon daran, allen Glauben und alle Religion fahrenzu lassen!" Die Erbitterung der feindseligen atbeistisch-antichristlichen Partei gabsich dagegen auch sogleich nnd deutlich genug dadurch gegen mich kund, daß man mirzweimal nach dem Leben strebte. Einmal dadurch, daß man eine Flasche Scheidcwasseroder Bitriolöl durch daö Fenster an mein Belle warf; das andere Mal bei HellemTage, auf offener Slraße. Ich ging im Priestcrklei» d. h. mit meinem OrdenSkleidezu «inem Kranken, und hatte daS allerheiligste Sacrament bei mir. Da sprengtenzwei Reiter die Gasse daher, von denen der eine, als er mich im Pnesteikleideerblickte, dem Andern sogleich zurief: ..Reit doch den Pfaffen nieder!" Wüklich sprengtdieser im vollsten Galopp gegen mich Hera ». Ich wich kein Haar, sondern ließ ihnheransprengen. Schon war das Pferd ganz an mir, da riß er eS plötzlich zur Seile.Ich meinte, eS werde vielleicht gegen mich ausschlageu, indeß es geschah mir keinLeid, meine Stunde war noch nicht gekommen. Ich weih nicht, hat ihn meine Ruheerschreckt, oder welche nächste Ursache ihn bewog das Pferd wegzureißen, gerade bevoreö mich niedertreten sollte.
Nach der Mission zu Dubugue kehrte ich iu die Stadt Galeua zurück, nichtweil von Dubugue am entgegengesetzte» Ufer des Mississippi im Staate JlliuoiS.Es ist dieß eine sehr reiche Handelsstadt mil ergiebigen Bleimiucu, Mancher auchkatholischer bedürftiger Hausbesitzer fing an zu graben, und wnrbc auf einmal einreicher Mann. Galena gewährt einen ganz andern Anblick als sonst die Städte inAmerika . Die sind gewöhnlich höchst bequem, mit vielen Straßen; hier ist die Stadtwie ein Bethlehem in die Berge eingezwängt. Bon Galena auö besuchte ich das HauSder Dominicaner am Berge Sinsinncuva. Nicht leicht wird man in der Well einKloster finden, von wo auS man eine weitere und herrlichere Aussicht gcnösse, alsvon diesem Hause. Ich sagte eine Mission zu, doch vorerst mußte ich Iowa durch-gehen. Ich besuchte da nun zuerst die Gemeinde zu SchellSmound, und hieraus daö