Ausgabe 
14 (6.8.1854) 32
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Testiern was ain praiiter, und seine Augen schienen Im als der Charfunkelstain,und seine Prä waren ihm ein halber span langk, und sein Gürtel waS acht spanlangk, damit er sich girt, und er was also stark, daß Er ein gewappneten man aufeinem Pfert mit seinem Schwert eines StraichS mit Pfcrt und all von dem Hauptvon einander spielt pys durch und durch, und vier Eisen, die zerzert Er gar leicht,und hawh (hob) einen gewappentcn Ritter von der Erd bauf byS über sein Haupt."

Die Einführung des Ordens der barmherzigen Schwestern i» das

Krankenhaus zu Bamberg»

DaS Bamberger Volköblatt berichtet hierüber unter andern«: Denke geliebterLeser, in Muten des Krankenhauses eine kleine HauScapelle, geschmückt mir Kränzen,welche Pietät und Dankbarkeit in feinem Sinne den Gründern und Wohlthätern derAnstalt gewunden; am Altare steht ein ehrwürdiger Greis mit Silberhaaren, derhochwürdigste Herr Erzbischof von Bamberg , dessen Namen in tausendfachen Dank-gebcten täglich zum Himmel steigt; er liest die heilige Messe; auf den Knieen liegenum ihn die frommen Ordensschwestern nnd flehen zu Gott um Gnade in ihr.,» neuenUnternehmen. Lautlose Stille herrscht, nur das Gebet des Priesters verherrlicht dieseSrille, die auf einmal ein dreifacher Frauenchor durch,iltert. Einfache Melovieen,gefühlt und geglaubt, gebetet und gesungen zugleich, sind sie überirdischen Tönen gleich,die uns in süße Träumereien versetzen. Da steigen sie nun auf die Erinnerungen andie alte Romantik voll Liebe und Glauben, voll Herzseligkeit, Gottvertraucn undHoffnungssternen. Sie nehmen die heilige Communion die frommen Schwestern unddie hohe Hanv des Nachfolgers der Apostel sie spendet selbst das LebenSbrod. ESnaht der Segen. Mit ausgestreckter Hand, mit Kraft und Nachdruck, voll feierlichenErnstes und goitgeweihten Sinnes spricht ihn an derselben Stelle der greise Kirchen-fürst, wo ihn sein glkichbeseelter Vorfahre einst gesprochen.Der Segen des Himmelskomme über alle Kranke und Nothlcivende dieses HauseS! Der Herr segne Alle, welchedie Aufsicht über dieses HauS und dessen HanShalt führen! Der Herr segne diese hiergegenwärtigen Schwestern der Barmherzigkeit und der Liebe! Wir gedenken zugleich,schloß der hochwürdigste Erzbischof, deS fürstlichen Stifters dieses HauseS, dessen An-denken bei uns immer erhalten bleiben soll, wie in den spätern Generationen." ESwar eine ergreifende Scene. Thränen der Rührung, der wonelosen Seele, deS stum-men Gebetes, sie rannen heiß über die Wange und einten sich mit den SegenswortendeS edlen Dieners Gotics zur hehren Andacht.

Nicht minder feierlich, rührend und ergreifend war die Uebergabe der Anstaltzur Wart und Pflege an die Ordensschwestern selbst und bot vielfache ErhebunqS-momente. Der Herr Erzbischof wohnte stehend dem panzen Acte bei. Als eine glück-liche Borbedeutung wnrde eS von einem Redner mit Recht bezeichnet, daß der hoch-würdigste Herr Erzbischof den hochwichtigen Tag eröffnet und durch seinen Segen einehöhere Weihe verliehen, wofür Namens der Stadt, NamenS der leidenden Menschheit,zu deren Krankenlager daS Echo der Segensworte wie ein lindernder Baisam hin-schweble, und NamenS der barmherzigen Schwestern selbst gedankt wurde. Die WortedeS heiligen Bincenz ?on Paul:Die Pflege der Armen sey Euer Gebet!" welche erals Stisler an den Orden der barmherzigen Schwestern gerichtet, fanden einen längernCommentar durch den Spitalarzt, der tiefergriffen in wahrhast erschütterter Rede sprach.Bon ergreifender Wirkung waren die ungekünstelten, herzlichen und einfachen Worte,welche der hochwürdige OrdenSsuperior an die Schwestern richtete:ES ist ein Zieltagheute," sprach er,ein wichtiger Tag sür die dienende Classe, zu der ihr auch gehört,meine Schwestern! Ihr seyd Mägde, arme Mägde der Armen, arm seyv ihr gekom-men, arm werdet ihr bleiben, euer Lohn sey oben!"Wir danken", wendete sich der-selbe an die Versammlung,wir danken aber nicht mit Worten, sondern mit Werken,