Ausgabe 
14 (13.8.1854) 33
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als die Meinung BninnerS. Auch Joh, Heinrich v. Falckenstein (vollst. Historie desHerzogthumS Bayern. II. Th. s. voee Methen), ?. AgnelluS Kandier (^rnulptiusmkile Nslus eizZnominiiws lVIonaeü. 1735 p. 106) und neulich Dr. Schöppner (Sagen-buch der bayr. Lande. 1352. I. B. S. 29) nehmen auf Hund'S Gewähr hin dasJahr 801 an, wie denn auch Bruschius (Suppl. Kruseb.. s. Lent. II. 1692 p. 20)von dieser Nachbetern nicht ganz frei zu seyn scheint, da er sagt, um daS Jahr 800sey mit dem Bau deS Klosters begonnen worden. Wenn BruschiuS dieses seineirca nicht bis 794 zurückschieben läßt, so ist eS durch das Wörtleinbegonnen"(kongtrui coepit) ein rein heilloser Irrthum, während sich die Nachricht des Hundund seiner Nachbeter noch recht wohl verbessern läßt. Der gelehrte Mettener Biblio-thekar ?. Gregor Geyer hat zuerst durch eine gluckliche Conjectur die Angaben deSWiguläus Hund und AventinS in Einklang gebracht und Herrmann Scholliner hatihm in der Vorrede zu den Uon. Uet. (a. a. O. S. 344) verdienten vollen Beifallgezollt. Geyer hat nämlich (eigentlich halte eS schon Adlzreiler a. a. O. gethan, woer sagt:Wenn auch immerhin der Bau deS Klosters begonnen wuche, da Carlerst römischer Patrizier und noch nicht Kaiser war, so konnte ja doch die EinsetzungUttoS sich bis in daS Jahr nach Carls Kaiserkrönung verzögern") einfach den Aventinals von dem Beginne, den Huudius als von der Vollendung deS Werkes redend auf-zufassen gerathen und so mit einem glücklichen Wurfe die diScrepauten Zeitangaben ausdie befriedigendste Weise vereinigt, so daß wir in diesem Sinne den beiden HistorikernGlauben beimessen dürfen, ohne unsere Marksteine verrücken zu müssen. Als Resultatdieser Untersuchung ergibt sich nun, daß Kaiser Carl der Große in den Jahren 792bis 794, am wahrscheinlichsten auf seinem Feldzuge im Jahre 792 zu dem KlosterMetten den Grnnd gelegt, es gegründet habe, daß der Bau jedoch mehrere Jahre inAnspruch genommen. Während nun so das H.iuS immer höher emporwuchs und derBau sich seiner Vollendung näherte, geschah eS, daß Kaiser Carl in Rom mit derKaiserkrone geschmückt wurde und vor seiner Abreise im Jahre 801 von dem PapsteLeo III. für Utto als ersten Abt seines eben erbanten Klosters den bischöflichen Hirten-stab erbar, den ihm der Papst gerne gewährte. Dieser Stab wurde dem seligen Uttovon seinem Bischöfe, Peter von RegenSburg, welcher ebenfalls von einer Pilgerfahrtnach Rom zurückkehrte, überbrachl und liegt noch jetzt bei den Gebeinen deS Seligenim Heiligenschein; er ist von Elfenbein nno trägt folgende Inschrift:()uocl I)ominu8 ?otrc>, ?strus tilii eontulit. I^IUo." *)Seit vieser Zeit stand daS Kloster Metten , obwohl seit der im Jahre 817erfolgten Einberufung der Klostervorstände nach Aachen (auf dieser Versammlung theilteLudwig der Gutmüthige alle Klöster iu vrci Classen: in die reichen, welche demStaate Steuern und Soldaten, in die mittleren, welche bloö Steuern gebenmußten und in die ärmeren, wovon Bergen im Donauzau, Metten , MooS-burg, Wessobrunn und Scovenawa Schönau, jetzt St. Martin, Schloßdes Grafen v. LIrco im Jnnvicrtel genannt sind) bis zu seiner Auflösung im Jahre1803 der letzten Classe der damals bestehenden Klöster, der Classe der ärmeren,zugetheilt, welche nur zum Gebete für das Wohl des Kaisers und des Reiches ver-pflichtet waren (sei solas Or-itiones pro saluts Iinvemtoris vel k'iliorum «z^v5 etstaliilitgte Imoerii ovstrieta"), stand oemnach vou seinem Ursprünge au unter demunmittelbaren Schutze deS Königs (regalilius ^liatiis »dscriptuin Lovnodium) undder nachfolgenden Herzoge, hatte stets freie AbtSwahlen, hatte nie, wie so viele andereKlöster, von dem Uebermuthe der Schirmvögte zu leiden und unterlag nicht eiumalder Wuth der ein Jahrhundert nach seiner Gründung dem gesammten Vaterlande soverderblichen Raubzüge der wilven Magyareuhorden. Von den ferneren Schicksalendes Klosters im Donaugau (Rudhardt, Aelt. Geschichte von Bayern S. 516), sowiesie dasselbe unter den einzelnen Aebten betroffen, wollen wir, so weit eS uns möglichist, in den nächsten Artikeln handeln. ,

^)Was ocr Herr dcm Petrus, hat dieser dir übergeben, o Utto."