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Wird. Die Eröffnung des Schulhanses zu Sibnach (das nunmehr vom Lehrer bezogenwerden kann) geschah in einfacher Weise bei der am 15. Mai l. I. stattgefundenenSchulprüfung. DaS nahezu vollendete Schulzimmer war festlich mit der Darstel-lung des gekreuzigten Erlösers und den Bildnissen Ihrer königlichen Majestäten, vonBlumengewinden umgeben, verziert, und feierlich wehte an der östlichen Giebelfrontedie blauweiße, vaterländische Flagge. Nach der in Gegenwart der Gemeindeverwal-tungSmitglieder und einiger Schulfreunde vollendeten Prüfung trug ein Schüler nach-stehendes Gedicht vor, das aus wirklich historischem Grunde entsprossend, religiöseTugend und vaterländische Treue, die in letzterer Zeit so selten geworden, der Jugendin schönem Beispiele eines Helden, dessen Geschlecht in hohem Mittelalter den Haupt-ort der Pfarrei gründete, wieder lebendig vor Augen führt. Mit eindringender, ergrei-fender Rede an die Schuljugend und die Gemeinde schloß der würdige Herr DistnctS-schulinspeclor die erhebende Feier. Möge auf dem neuen Schulhause die Gnade deSAllerhöchsten ruhen und möge aus ihm recht viel Gutes zur Ehre Gottes und zumWohle der Menschheit entsprossen, dann wird eö seine Bestimmung rollkommen erfül-len, und ein immerwährender Segen für die Pfarrangehörigen Sibnachs seyn.
^ » ^Ritter Hartmann von Sioenaichen.
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Friedrich Barbarossa zog in ferne Lande,Nach Italiens heißem, tück'schem Meeresstrande,Um zu schlichten Aufruhr, frechen Raub und Streit.Für gekränkte deutsche Ehre mußt' er fechten;Mit Banditen-Rotten sollt er ringen, rechten —Welch' ein Kampf ihm nichts als Leid und Schmerzen beut.
Nicht die off'ne Schlacht ist's, die ihm schreckvoll dräuet,Seine Tapferkeit ihm stets den Sieg verleihet.Seine deutsche Heldenbrust scheut nicht Gefahr;Aber gleich den falschen, blumbedeckten Schlangen,Hält ihn Hinterlist im Dunkeln nur umfangen,Dolche zückten auf den kaiserlichen Aar.
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Doch die deutsche Treue wachte stets zu Schanden,Was auch schlau erdacht' die feigen Mördcrbanden,Und es knirschte machtlos ihrer Rache Wuth.Wie der Bayern großer Otto hat gerettetEinst das deutsche Heer, von Hinterhalt umkettet,So gab mancher Held mit Freuden hin sein Blut.
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Einstens irret Friedrich auf verlaß'nen Gründen,Konnt' den Pfad zu seinem Heere nicht mehr finden,Und schon rückt die dunkle, schwüle Nacht heran.In der Näh' sich eines Schlosses Mauern zeigen,Dahin furchtlos seine Schritte sich jetzt neigen,Spricht den Wirth um Obdach und um Lager an
Der Begleiter that' ihn ahnungsvoll zwar warnenVor den Feinden, die ihn'immerfort umgarnen,Aber Zagen kennt sein muth'ges Herze nicht.