Ausgabe 
14 (27.8.1854) 35
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Dr. Welwich schrieb, geben davon das schönste Zeugniß, sie bezeichnen seine Mild«,seine Demnth, Theilnahme, überhaupt seinen ganzen edlen christlichen Charakter; erwar, ruft dieser bei Mittheilung derselben und der hier eingewebten biographischenDaten aus, bis in sein 73steS Jahr eiu Mann an Geist und Kraft, ein Kinv anHerz und Gemüth, ein Vater der Seinigen, ein Freund aller Menschen. Oft, undGott allein weiß eS, wie oft betrogen, belogen, hiutergangen und getäuscht, hat seinHerz sich nicht zurückgezogen:Der Wässer viele vermochten die Liebe nicht auszu-löschen und die Ströme rissen sie nicht weg " (Hohelied 8, 7.) Eben so treu undredlich meinte er eS mit seiner Heimat im weitern Sinne, dem Vaterlande, obgleich erihm so viele Jahre entfremdet war. Wie er als Professor gewöhnlich in jeder Vac^nz-zeit, von Gratz ouö, Kärnthen und Teinach besuchte, that er eS auch spärer noch,so auf seiner Reise nach Görz als ernannter Erzbijchof, wo er Teinach und Klazen-fnrt besuchte, alle seine alten Bekannten aufsuchte und herzlich willkommen hieß; sozum letzten Mal auf seiner Rückreise von der bischöflichen Versammlung im Jabre1849, wo er jedoch nicht mehr über Teinach gehen konnte. Als die dortige Kirchekurz vor seinem Lebensende abbrannte, nahm er an diesem Ereignisse den lebhaftestenAnlheil und da man seine Geldhitfe nicht beanspruchte, ja sich der angebotenen ent-schlug, wandte er sich, um doch einen Wunsch gewähren zu können, an Se. k. k.Majestät, den Kirchen'vrständen die Erlaubniß zu erwirken, den Bau selbst führenzu dürfen.

Auch jede gute Anstalt, besonders literarische und artistische Unternehmungen imVaterlande, aufkeimende Talente unterstützte er nach Kräften; spendete an jedes, ihnin Görz um Hilfe ansprechende LandeSkind reichliche Geschenke und sonstige Unter-stützung, war und blieb die Zierde und Ehre KärnthenS, der letzte, den in einer Reiheverdienter Kirchensürsten, die demselben entspressen, die bischöfliche Mitra zierte.

St. Andrä in Kärnthen den 17. Juni 1854.

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Zur Geschichte der Benedictiner-Abtei Metten in Rieberbayern.

III.

Nachdem wir in zwei vorhergehenden Artikeln den Ursprung dcö Klosters Mettenund die Zeit seiner Gründung untersucht und dabei gesehen haben, daß eS sich bereitseines mehr denn tausendjährigen Bestandes erfreue und in vierzig Jahren sein eilfhun-dertjährigcS Jubiläen feiern könne, müssen wir heute zur Erzählung der mannigfal-tigen Schicksale und Verdienste Mettens während der Zeit seines B, standeS übersehen.Wenn diese Erzählung Manchem zu kurz, zu vmf/ig und zn wenig detaillirt erscheint,so bitte ich ihn, die Mangelhasligleit der gedruckten Nachrichten, die Lückenhaftig-keit der Monasterivlogien und das unerquickliche Einerlei der in den Älonumsnti8 Koicisenthaltenen SchenlungS- und Befreiungsurkunde» ein wenig in Betracht zn ziehen,dann l>ffe ich leicht seine Vergebung zu erhalten. Zudem liegt eine ausführliche,eigentliche Geschichte des Klosters weder in meinem Zwecke, noch könn>e sie der Be-stimmung dieser Btätter entsprechen; wer eine solche erwartet, den muß ich auf diedemnächst im Druck erscheinendeGeschichte des Klosters Metten " von Pater RupertMittennüller, Professor der Geschichte am dortigen Gymnasium, verweisen, ein Werk,welches nicht nur jedem Freunde des Klosters Metten sehr angenehm seyn muß, sondernwelches auch jedem Freunde vaterländischer Geschichtsforschung überhaupt die erwünsch-teste, reichste Ausbeute gewähren und über viele Puucie und Verhältnisse unsererfrühern Geschichte ein neues, Helles Licht verbreiten wird, da der gelehrte Verfassernicht nur alle gedruckten Quellen im weuesten Umfange bcnützt und die im Klosterverwahrten handschriftlichen Urkunden beigezogen, sondern zu diesem Zwecke auch dasStaatsarchiv in München und die bischöfliche Registratur in NegenSburg") durch-

Ich kann nicht umhin, hier folgendes Factum zu erwähnen. Bei der Säkularisation desRegensburger Hochstifts brachte die Regierung auch das ganze Archiv desselben, alle Urkunden, Per-