Ausgabe 
14 (10.9.1854) 37
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Stella und Hohenlohe begleitet, in daS Hospital der Cholerakranken in San Spirito.Er besichtigte jedes einzelne Krankenzimmer, sprach mit den Aerzten, bat sie, nachGewissen ihre Pflicht zu thun, und sprach den Leidenden Muth und Trost ein. DerEindruck dieses Besuches Sr. Heiligkeit und seine günstige moralische Wirkung imPublikum übersteigt jede Vorstellung.

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Köln , 4. Sept. Der hiesige katholische Gesellenverein wurde in seiner gestrigensehr zahlreich besuchten sonntäglichen Abendversammlung durch die Anwesenheit eineswerthen GastcS erfreut. ES war nämlich der Präses deS Wiener Gesellenvereins,Herr Dr. Gruscha, Professor am k. k. Theresianum zu Wien , welcher auf einer durchDeutschland unternommenen Reise nach Köln gekommen war. Nach einem VortragedeS Herrn Präses, Domvicar Kolping, nahm der Gast aus Oesterreich daS Wortund verbreitete sich in einer geist- und gcmüthvollen Rede über die Entstehung, Fort-bildung und jetzige Lage deö aus ungefähr 15(10 Mitgliedern bestehenden Wiener Vereinsund über die Theilnahme, welche dimsclben geschenkt wird, nicht bloß von hochgestelltenPersonen aller Stände, sondern selbst von Sr. Majestät dem Kaiser von Oesterreich,der eine Adresse des Vereins, gelegentlich seiner Vermählung, aus den Händen deSPräses entgegen zu nehmen geruht und dabei in den edelsten Wor-en seine Wünschefür das Gedeihen der Vereinssache ausgesprochen hat. Demnächst trat ein Mitglieddes hiesigen Vereins auf den Rcdnerstnhl, dankte dem Herrn Professor Dr. Gruschafür seinen ehrenden und erfreuenden Besuch, dankte ferner für die Grüße der Vereins-genossen, erwiverte dieselben im Namen aller hiesigen Mitglieder und endete mit einem,mit stürmischem Jubel ausgebrachten dreifachenHoch!" auf die Freunde und Brüoerzu Wien .

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Wien, 31. Aug. In Wiener-Neustadt wird von den Vätern der GesellschaftJesu , Joseph und Mar Kliukowström, Roman und Schmude eine Mission vom 3. bisincl. 17. September abgehalten werden. DieBohemia" berichtet höchst Erfreulichesüber die Mission, welche die Väter der böhmisch-deulschen Mission deS CapucinerordenSzu Prag im k, k. ProvincialzwangSarbeitShause vom 21. bis zum 27. August abge-halten haben. Zu Cairo sind am 31. Jnli die neuen für die katholische Missionin Centralafrica btstinimten Mitglieder angelangt.

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Salzburg , 2<t. Aug. Im Auftrage Sr.-Eminenz beS hochwürdigsten Fürst-PrimaS von Ungarn hat Herr Ludwig Mooser, bürgerlicher Orgelbauer zu Salzburg ,den Bau einer nenen großen Orgel für die Domkirche zu Gran vollendet. Ein sogroßes Werk ist in Oesterreich seit langen Jahren nicht verfertigt worden, und gewißwird eS der neuen Kathedrale zur großen Zierde, wie nicht minder dem Künstler zurEhre gereichen. Wegen der bedeutenden Große kann dieß Werk in Moosers Ateliernicht zusammengestellt werden, doch ist dessen Großartigkeit auS seinen vielen Bestand-theilen, wie aus dem Modell im kleinern Maaßstabe ersichtlich. Nach der Aufstellungwird die Orgel einen imposanten Anblick gewähren, und auch in architektonischer Be-ziehung dem Kunstgeschmacke vollkommen entsprechen. DaS Gehäuse (der Orgelkasten)hat eine Höhe von 38 und eine Breite von 47 Fuß und ist im italienischen Stylerbaut. Der Unterbau wird von 12 toSkanischen, der Oberbau von 12 korinthischenSäulen getragen und bietet 9 Bögen, sogenannte Pfeifen-Spiegel dar, in welchen97 Stück Pfeifen auS englischem Zinn silberartig prangen, von welchen die größtedrei Klafter lang und 11 Zoll weit ist und 150 Pfund im Gewicht hat. Die Orgelhat in 50 Registern 3530 Pfeifen. Die größte Holzpfeife ist von solcher Dimension,daß auch ein stark korpulenter Mann sich recht leicht darin bewegen konnte. DasWerk ruht auf 23 Windladen, welche größtentheilö auS Eichenholz verfertigt sind,hat 6 Blasebälge und 2 Windmagazine. Der Regierkasten mit seinen drei Manualen