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ist von außen ans Eichenholz, von innen aber auS Elfenbein und Ebenholz verfertigt.Alle Arbeiten an diesem Kasten sind so elegant, wie man dieß nur an den schönstenFortepianos zu sehen gewohnt ist. Hr. Mooser hat daS beste Material verwendetund mit großem Fleiße gearbeitet. Besonders zweckdienlich ist die Einrichtung, daßbei dieser Orgel die Central - Bewegung stattfindet, wahrend bei den sonst üblichenOrgelmecbaniSmen die Walzenbewegung in Anwendung kam. Dieses Werk wurde imMonat October v. I. in Arbeit genommen und wird in einigen Tagen an seinenBestimmungsort abgeliefert. Da es jedoch wegen seiner Größe nicht leicht zu Wagenabgeführt werden kann, und um jede Gefahr zu vermeiden, ließ Hr. Mooser eingrößeres Schiff bauen, auf welchem eS zu Wasser versendet wird. Hr, Mooser hatbisher bei 60 größere und kleinere Orgeln gebaut und wurde auch im Jahre 1845bei der Industrie-Ausstellung in Wien mit einer Medaille für Fortepianos ausgezeichnet.Das Etablissement deS Künstlers ist derart eingerichtet, daß alle zu einer Orgel gehö-rigen Arbeiten darin verfertigt werden. Er beschäftigt in demselben Zimmerlente,Tischler, Schlosser, Drechsler, Bildhauer, Jnstrumentenmacher, Mechaniker zc. zc.Bereits hat Hr. Mooser den Bau einer neuen großen Orgel begonnen, welche fürdie von dem Hr». Grasen Caroly zu Foth in Ungarn im byzantinischen Styl erbauieKircde bestimmt ist. Auch für das Stift zu Kremsmünftcr soll er eine neue Orgelmit 42 Registern verfertigen, desgleichen wartet seiner eine neue Arbeit für die Dom-kirche zu Kaschau .
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Schlesien. Eine reiche Erbin in Preußisch-Schlesien , Fräulein v Winkler,
läßt ganz aus eigenen Mitteln eine neue katholische Kirche im gothischen Style erbauen.
Die Freigebigkeit dieser eben so frommen als reichen Katholikin geht so weit, daß sie
diesen Prachtbau (denn ein solcher soll er sowohl nach äußerer als innerer Ausschmückung
werden) ohne Rücksicht auf den Kostenpunct vornehmen läßt. Die Kirche wird zu
MieSlowitz bei Beuthen erbaut und soll eine innere Tiefe von circa 160 Fuß erhallen.
Der Thurm selbst dürfte sich 2000 Fuß hoch erheben.
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Stift Seitenstctten (Niederösterreich), 25. Aug. Durch die stets rege ober-hirtliche Fürsorge unsers frommen und gelehrten Ordinarius, des bochwürdigsten HerrnJgnaz Feigerle und durch das bereitwillige Entgegenkommen unsers allverehrten HerrnAbtes, Ludwig Ströhmer, der jedem geistigen und geistlichen Aufschwünge immerhold sich erweiset, wurden in den freundlichen und geräumigen Mauern deS hiesigenVenedictiiierstiftcS vom 21. bis 25. d. M. Priestcrererzitien gehalten, an denen dieSeelsorger dreier das Stift umgränzenden Deccmate Theil nahmen. Dieselben wurden,geleitet von dem hochwürdigen Herrn Pater Nohmann 8. und von dem hochwür-digen Herrn Stiftöabte, Montag den 21. d, M. Abends 5 Uhr nnter Jntonirung deöVeni Creator Spiritus eröffnet. Gleich zu Anfang gewann die Herzen aller hochwür-digen Herren Erercitanten, deren Zahl sich auf 39 belief, der einfache, rnhige, klare,reiche Erfahrung uuo fleißiges Lesen verrathende Bortrag des hochwürdigen Herrn PaterRohmann, der mit zarter Schonung hier ein Schönpflästerchen von einem I^aovus abzu-streifen wußte, dort manchen Lässigen vom gewohnten Ruhekissen aufrüttelte und zur Arbeitin den angewiesenen Weingarten zu ermuntern sich bemühte. Waren auch die Uebungen imgeistlichen Lager zu Seitenstetren zunächst nur für den Secnlarklerus berechnet, so theilenwir doch die Ansicht jener, welche glauben, daß dort, wo Volksmissionen angezeigt sind,Priestererercilien vorausgehen sollten; nichts dcsto weniger hegen wir das zuversichtlicheVertrauen, daß diese Erercitien durch die Gnade Gottes mit einem eben so segenvollen Er-folge gekrönt werden, wie die im Oct. v, I. hier abgehaltene Volksmission und rufen demgefeierten Oberhirten der St. Pöitner Diöcese, dem würdigen StiftSabtc und der ganzen Ge-sellschaft Jesu auS gerührtem Herzen einstimmig zu ein aufrichtiges veo gratis«!
Verantwortlicher Redacteur: L, Schönchen,