Ausgabe 
14 (1.10.1854) 40
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Savoyarden, Bnchertrödlcr, Fischweiber, Maiilaffen jeder Art; sie ließen nicht vonihm ab, folgten ihm wie sein Schatten, umringten, drängten ihn, und schrieen ihnfast taub mit ihren Vivats. Sie brachten ihn auch zu dem Geständniß, eS gebekeineWelches" (Wälsche) mehr, und die Franzosen seyen wieder aus dem Grabeerstanden.

(Fortsetzung folgt.)

Kirchliche Notizen.

BreSlau . DaS Hirtenschreiben deS hochw. Herrn Fürstbischofs, in welchemder Klerus zu einer am 26., 27. und 23. September abzuhaltenden Diöcesan-Conferenzeingeladen worden ist, lautet in deutscher Uebersetzung:

Heinrich, durch GotteS Erbarmung und deS heiligen apostolischen StuhlesGriade Fürstbischof von BreSlau zc. zc, dem ehrwürdigen Klerus der Diöcese Grußund Segen in dem Herrn. Wo Zwei oder Drei versammelt sind in meinem Namen,da bin ich mitten unter ihnen, sag» JesuS seineu Jüngern in jener denkwürdigenStunde, in welcher er ihnen die vertrauensvolle Schlüsselgewalt übergab. Wenn dießeiner jeden Versammlung, welche im heiligsten Namen deS Weiterlösers statt hat,versprochen worden ist; um wie viel mehr, werden wir sagen, erstreckt sich diese hocksttrostvolle Verheißung auf die Versammlung derer, denen der Herr besohlen, die Kirchezu regieren und das heilige, heilbringende, von ihm vollbrachte Werk durch alle Zeilenfortzusetzen. Daher anerkannten die zu Chalcedon und Konftantinopel im heiligen Geisteversammelten Väter mit vollem Recht, daß man mit dem festesten Glauben an jenenWorten hängen, und von da den himmlischen Segen zur Vollendung deS unternommenenWerkes erwarten müsse: eben so sprachen eS die Bischöse auS, als sie die Priesterzu den von der Kirche so weise eingesetzten Synoden beriefen, man müsse wegen ebenderselben Verheißung Jesu Christi in vertrauensvoller Gesinnung heilsamen Erfolghoffen. Und der heilige CaroluS BorromäuS sagt:Um wie viel mehr wird er inder Mitte von nicht Zweien, sondern von mehr als neun Hunderten seyn, und zwarnicht auS jeder beliebigen Classe der Menschen, sondern von seinen Priestern, die inseinem Namen vereinigt sind? Wenn wir in derselben Gesinnung geeint, dasselbezugleich athmen, wenn wir all unsere Zwecke und Absichten zur Erreichung seinerGnade und seines heiligen Geistes einrichten werden?" u. s. w. So lange daher dieDiöcesan-Synoden ihrer Einrichtung gemäß, d. h. alljährlich abgehalten wurden,blühre die lodcnSwerlhe kirchliche Ordnung: während seit ihrer Vernachlässigung nichtnur der kirchliche Eiser seinen Nerv zu verlieren begann, sondern auch das kirchlicheLeben sowohl der Laien als auch der Priester ermattet ist. AuS diesem Grunde beschloßdie heilige Synode zu Trient, die Diocesan -Synoden sollen alljährlich abgehaltenwerden; auch alle Erempten, welche sonst, auch ohne Eremption beiwohnen müßten,und nicht den General-Capiteln untergeben sind, sollen gehalten seyn, bei ihnen zuerscheinen. Fürwahr! den Bescklüssen deS heiligen Concils fehlte nicht der heilsamsteErfolg. Ein neues Leben erwachte in der Kirche. Vorzüglich aber sind eS zweigroße Kirchenfürsten gewesen, von denen der Eine durch sein Umschreiben an dieBischöfe, der andere durch sein Beispiel in der Wiedereinführung der Synoden sichauszeichnete, die HH. PiuS V. und CaroluS BorromäuS , welcher letztere durch dieachtzehn Jahre seiner kirchlichen Regierung sechs Provincial- und eilf Diöcesan-Synodenabhielt. Wie viel Mühe überhaupt in jeder Zeit und später bis zur Mille deS IStenJahrhunderts die deutschen Bischöse sowohl als die Kleriker in der Abhaltung derSynoden angewandt haben, bezeugt die von Harzheim besorgte Concilien-Sammlung.Seit der Mitte des Igten Jahrhunderts aber hinderten die Macht der falschenPhilosophie und viele äußere Drangsale sowohl die gesammte Regierung der Kirche,als auch den Eifer in der Abhaltung der Synoden so sehr, daß weder die ErmahnungendeS Papstes Benedict XIII . noch daS berühmte Buch BenedictS XIV. über die