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Diöcesan-Synode die Hindernisse überwinden konnten. Und obwohl zu Ende deS t8tenJahrhunderts der berühmte Bischof zu Baltimore , Johannes Caroll, Diöcesan-Synodenversammelte, so folgte doch Europa seinem Beispiele wenig, am wenigsten Deutschland .Gcliebteste Brüder! eS bedürfte gewiß schwerer Strafen und furchtbarer Heimsuchungen,damit unsere Kirche jene Freiheit und Kraft wieder gewönne, welche den Berathungenund Beschlüssen der zu Würzburg versammelten deutschen Bischöfe plötzlich erschien.Von da vernahmen wir folgende Wort?: „So wie wir selbst auf Provincial-Synodenzusammenzukommen beabsichtigen, eben so werden wir, geliebteste Brüder, auch Euch— zu unserer Freude — nach unserer Bestimmung zusammenberufen, auf daß wir dievon Alters her von der Küche eingesetzten Synoden wieder herstellen, damit durch siedas heilige Band zwischen den Bischöfen und ihren Priestern fester und inniger geknüpft,die an vielen Orten verfallene kirchliche Ordnung verbessert und wir selbst durch diegemeinschaftlichen Gebete und Berathungen gekräftigt wurden, um unser schweres undernstes Amt zu Gottes Ehre und zum Heile der Gläubigen zu verwalten." Indessentraten der Ausführung dieser Bestimmungen bis zu diesem Tage vor Allem zweiHindernisse in den Weg: das eine, daß die Provincial-Concilien, welche nach derkirchlichen Anordnung den Diöcesan-Synoden vorangehen und sie vorbereiten sollen,nicht erneuert werden konnten, das andere, daß die Verhältnisse unserer Zeit einegewisse Furchr einflößen, welche auch den heiligen Vater mit Besorgniß erfüllte.Denn nachdem unser Papst, Pius IX, , den Gott lieben, erhalten und leiten wolle!die Bischöse der Würzburger Versammlung gebührend belobt, verschweigt er ihnennicht, indem er die alte Einrichtung, der gemäß die Diöcesan-Synoden durch dieProvincial-Concilien vorbereitet werden sollen, ins Gedächtniß zurückruft, warum erbei Unterlassung der letzteren für die Abhaltung der Diöcesan--Synoden besorgt sey.Diese mit so väterlichem Herzen und so weise angedeuteten Besorgnisse dürfen unSnicht unbedeutend erscheinen, obwohl sie sich schwerlich auf unsere Diöcese erstrecken.Wie daher Unser erhabener, in Gott ruhender Vorgänger, dessen Andenken von UnSimmer in Ehren gehalten werden muß, für jetzt wenigstens die Diöcesan-Synodennicht glaubte abhalten zu dürfen, eben so werden Wir auch in gebührender Rücksichtauf den vom heiligen Vater ausgesprochenen Willen, das Bei'piel deS Vorgängersnachahmen, bis der heilige Stuhl erklärt, daß jene Besorgnisse geschwunden sind.Weil aber Unsere Diöcese bei einer so großen Ausdehnung und einer so schwierigenLage der Dinge der heilsamen Früchte, welche aus den Synoden und ihren Berathungensowohl der Bischof als der Klerus und die gesammte Heerde zu gewinnen pflegen,insbesondere bedarf: so haben Wir Tage und Nächte nachgedacht über einen Mittelweg,auf dem Wir sowohl dem Wunsche deS heiligen Vaters ehrfurchtsvoll genügen, alsauch jene wünschenSwerthen Vortheile erreichen. Nachdem Wir also lange und vielfachmit Gott und unserm Gewissen UnS belachen und den Rath Unsers geliebten Capitelsso wie die Ansichten weiser Männer und der erhabensten Kirchenfürsten vernommenhaben, beabsichtigen Wir die ErzPriester der ganzen Diöcese zusammenznberufen, damitin dieser Versammlung sowohl Wir selbst unsere Wünsche und Bestimmungen deutlicherzu erklären Gelegenheit haben: als auch die Erzpn'ester einfacher und bündigeraussprechen können, wiS Noth thue und waS der KleruS und die gesammte Heerdemeine. Ans diese Weise, hoffen Wir, wird der gerade Weg zur Erneuerung derDiöcesan-Synoden leichter gebahnt werden. Obwohl Wir in diesem ersten Jahre Unsersschweren Episkopates mit Arbeiten zu sehr überhäuft, durch verschiedene Sorgen fasterdrückt, in bittere Kämpfe sogar verwickelt, kaum einsehen, wie Wir überhaupt dieserabzuhaltenden Diöcesan-Berathung genügen können, so wollen Wir doch die AusführungUnsers Vorhabens nicht auf weiterhin verschieben, sondern, im Vertrauen, daß Gottmit seiner Hilfe beisteht und die Angelegenheit zu einem guten AuSgange führt, nochin diesem laufenden Jahre ins Werk setzen. Falls ihr, Brüder, nach den Ursachenfraget, warum Wir so glauben eilen zu müssen, so können wir mehrere anführen.Zunächst drängt die eilende Zeit mit ihren Zeichen, und Niemand, der seine Handan den Pflug legt und zurücksieht, ist tauglich zum Reiche GotteS. Sodann: obwohl