Ausgabe 
14 (8.10.1854) 41
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die irischen Katholiken unter der Leinmg ihrer Bischöfe und im Einklänge mit denErmahnungen des heiligen Stuhls einen neuen Beweis von ihrer Liebe zur Wissenschaft,durch die Anstrengungen, die sie machen, inid durch die Opfer, die sie bringen, umeine katholische Universität ins Leben zu rufen, wo die irische Jugend ihren Wissens-durst befriedigen und sich dem Studium der Wissenschaften und Künste widmen kann,ohne ihren Glauben zu verlieren, ein Unglück, welches viele getroffen hat undohne sich den Gefahren und Versuchungen auszusetzen, die sie in antikatholischen Insti-tuten umgeben. Der Plan ist groß und schwierig, uud müßten wir nnS ans unsereKraft allein verlassen, die Größe des Unternehmens würde uuS zurückschrecken. Aberunsere Hoffnung ist zuversichtlich wir vertrauen ans Gott, ans den mächtigen Schutzder allerseligsten Jungfrau und unserer Schutzheiligen, auf die Sympathie aller Katho-liken, auf den Segen des Nachfolgers des heiligen PetruS, auf die Gebete der Gläu-bigen und besonders der Armen. Das Unternehmen ist groß, aber mit Gottcö Hilfewird eS gelingen.

Die Sorge, dasselbe auszuführen, ist von den, irischen Bischöfen dem hochwür-digen Herrn übertragen, welcher eben nach altem Brauch beim Aiuritt seines AmtcSin eurer Gegenwart das Glaubensbekenntnis) abgelegt und erklärt hat, er wolle allesaufbieten, die Lehren der heiligen katholischen Kirche zu erhalten, zn bewahren undzu vertheidigen. Er ist ein Mann eben so ausgezeichnet durch gründliche Gelehrsam-keit, als durch Tugend und Frömmigkeit. Er kann sich rühmen, Verfolgung gelittenzu haben um der Gerechtigkeit willen und eine harte Prüfung bestanden zn habenwegen seiner Anhänglichkeit an unsere heilige Religion. Dürfen wir nicht hoffen,Geliebteste, daß nnter der Leitung eines solchen RectorS das iZenfkörnlein, welchesseiner Sorge anvertraut ist, zu einem großen Baume heranwachsen werde, der daSLand mit seinen mächtigen Zweigen überschattet? DaS heutige Fest führt unS vor dieSeele, was Gottes Macht vermag: Diese zwölf armen Männer, welche wir in Furchtund Zittern in Jerusalem versammelt sehen, sind bestimmt, das Salz der Erde zuwerden und daS Licht der Welt; sie gehen hin ohne Ansehen, ohne Macht, ohneReichthum, und trotz des Widerstandes aller Mächte der Erde nud der Hölle bekehrensie die Welt, verbannen sie Götzendienst und Aberglauben und unterwerscn sich dieVölker der Erde; durch ihre Predigt wird das Kreuz, welches den Heiden eine Thor-heit war und den Juden ein Aergerniß, die stolzeste Zierde des TiademS der Königeund Fürsten und wird eS triumphirend aufgepflanzt auf den prächtigsten DenkmälernGriechenlands und Roms. Wenn also Gott mit unS ist, wen haben wir zn fürchten?nnter seinem Schutze, und da wir arbeiten zur Ehre seines Namens und für daSHeil unserer Seelen, dürfen wir mit voller Zuversicht auf das Gelingen unseresWerkes rechnen.

Und Sie, hochwürdiger Herr, dem die Ausführung eiueS fo großen Werkesvon der irischen Kirche übertragen ist, erlauben Sie mir, Sie zn ermähne», denSchwierigkeiten und Beschwerden, auf die Sie stoßen werden, muthig und entschlossenentgegen zu gehen. Sie haben den Segen des Nachfolgers des heiligen PetruS , dieGutheißuug und Mitwirkung der irischen Kirche nud die inbrünstigen Gebete der Glän-bigen, alle Schwierigkeiten werden allmälig schwinden und Ihrer Wirksamkeit wirdsich ein schönes und ausgedehntes Feld eröffnen. Lehren Sie die ihrer Hut anver-traute Jugend, alle Felder des Wissens zu bebauen, die Tiefen jeder Wissenschaftund die Geheimnisse jeder Kunst zu erforschen; nntcrftützen Sie die Entsaltnng deSTalents nnd den Flug des Genius, aber wehren Sie dem Wachsen deS Irrthumsund seyen Sie ein festes Bollwerk gegen ÄlleS, was die Interessen der Religion unddie Lehre der heiligen katholischen Kirche gefährden könnie, Unter allen Umständen undzu allen Zeiten seyen Sie bestrebt, eine ächt katholische Gesinnung, einen wahrhaftreligiösen Geist den zarten Gemüthern der Jugend einzuflößen; lehren Sie dieselbenden Werth dieses inoins 5<nkntiarum recht erkennen, ohne welches die Wissenschaftennur das Herz vergiften und Verderben ringS um sich verbreiten. So werden IhreArbeiten dazu dienen, den alten Glanz dieser Insel der Heiligen wieder herzustellen;