Ausgabe 
14 (15.10.1854) 42
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diesen hatte eine recht erfreuliche Theilnahme an der Feier sich gezeigt. So unerwartetgroß war die Anzahl der sich einstellenden Firmlinge gewesen, daß die mitgenommenenFirwzettel schon in Schwerin längst nicht ausgereicht hatten. Sie können denken,welche Freude der hochwürdigste Bischof aus diesem überall merklichen Aufschwüngeder religiösen Gesinnung bei den Katholiken schöpfte; seine abnehmenden Kräfte schienensich mit jedem neuen Tage mehr zu verjüngen.

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Fortschritt. In Hamburg kamen in den lutherischen Pfarrkirchen vor: imJahre 1753 3105 Taufen, 85,118 Communicanien; im Jahre 1853 4732 Taufen,17,674 Communicanien. Hieraus geht hervor, daß in Hamburg jährlich hundertKinder ungetauft bleiben und in keine religiöse Gemeinschaft aufgenommen werden.Ferner sieht man hieraus, daß von 8, die vor hundert Jahren noch zum Abendmahlgingen, jetzt nur noch einer geht. Nach der vermehrten Bevölkerung müßten jetzt nachdem Verhältniß von 1753 127,677 Communiccmtm seyn; es sind aber nur 17,674.Und daS geht jedes Jahr schlimmer. Wir reden aber nur von den Protestanten,denn in der katholischen Gemeinde zu Hamburg hat sich in dem einen Jahre 1852 bisEnde 1853 die Zahl der Communicanien von 2700 auf 3600 vermehrt. In Berlin waren im Jahre 1849 631 EhescheivungS-Processe anhängig: im Jahre 1853 aber856. Diese EhescheidungSprocesse haben sich also in der Stadt in vier Jahren umein Drittel vermehrt. In Mecklenburg sieht es noch schlimmer auS: auf der Pastvral-Conferenz zu Malchin im September 1852 theilte der Oberkirchenrath Kliefoth mit,daß in drei Kreisen im Jahre 1851 der sonntägliche Gottesdienst 223mal ausfiel, weilauch nicht Einer zur Kirche gekommen war und der Prediger deßhalb unverrichteterSache umkehren mußte. In Mecklenburg gibt es 469 Ortschaften, in denen einDrittel bis über die Hälfte der Geburten uneheliche sind, und 79, in denen gar keineehelichen mehr vorkommen.

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Erfurt, 28. Sept. DasFr. I." läßt sich schreiben: Seit einigen Tagen

mächt die ungewöhnliche Erscheinung eines Mönchs in unsern Straßen nicht wenig

Aufsehen; derselbe gehört einem Bettelorden an und sammelt milde Gaben für die

Verunglückten in Schlesien ein; er wurde hier als ein früherer Cürassierosficier wiedererkannt.

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Turin . Es scheint, das sardinische Ministerium lassen seine eigenen Lorbeerennicht schlafen, und eS suche immer mehr sieb selbst zu übertreffen. DieArmonia"berichtet uns nun auch die Ausireibung der Mission vom heiligen Vincenz von Paulazu Casale, und zwarum für künftige mögliche Choleralranke ein Lazarett) bereit zuhalten." DaS Nähere über diesen neuen Feldzug gegen eine religiöse Körperschaft warzwar genanntem Journal noch nicht bekannt, doch ist dasselbe mit Recht der Meinung,daß Angriff, Kampf und Sieg der HerrenJtalianissimi" hier nicht minder glänzendund ruhmreich gewesen seyn möchten, als in den Straßen und an den Thoren Turinsgegen die so furchtbaren Stiftsdamen, Capucincssen, Dominicaner und Oblaten,deren Verblendung so weit ging, sich unter der dreifarbigen Fahne des Statuts zuvereinigen und die durch eben dieses Statut verbürgte Unverletzlichkeit deS häuslichenHerdes und überhaupt des Eigenthums auch für sich in Anspruch zu nehmen! Gegendie zuerst Vertriebenen machte man das SophiSma geltend, Collectivbesitz sey demindividuellen nicht gleich zu achten. Nun ist aber daS HauS zu Casale wahres Privat-und individuelles Eigenthum, iudem einzelne Mitglieder cS aus ihrem eigenen Ver-mögen angekauft haben; dennoch kommt ihnen daS Statut nicht zu gute! Man sieht,Herr Rattazzi liebt den Fortschritt. DerCampanone" bringt über diese Sachlageeinen Artikel unter der Ueberschrift:Was sich gegen ein verfolgungssüchtiges Ministe-