Ausgabe 
14 (22.10.1854) 43
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Dinge, die sich augenfällig widersprechen.Er entschlummerte sanft (La Harpe ,liter, Corresp.), und erkannte nur noch mühsam die Personen, die sich seinem Lagernäherten. AIS Abb6 Gautier und der Pfarrer von St. Sulpice bei ihm eintraten,wurden sie bei ihm angemeldet. Erst horte er gar nicht; dann antwortete er:Ver-sichert sie meiner Hochachtung"" Der Pfarrer trat an ihn heran, und richtete folgendeWorte an ihn:Herr von Voltaire, Sie stehen am Ziel Ihres Lebens; erkennenSie die Gottheit Jesu Christi an?"" Der Sterbende sagte wiederholt:JesuS Christus !JesuS Christus !"" Dann streckte er die Hand auS, wie um den Pfarrer zu entfernen,mit den Worten:Lassen Sie mich in Frieden sterben!""Sie sehen ja, daß ernicht bei sich ist,"" sprach der verständige Pfarier zum Beichtvater, und sie verließenbeide das Zimmer. Die Wärterin trat ausS Bett zu; er sagte mit ziemlich starkerStimme zu ihr, indem er mit der Hand auf die abgehenden Priester wieS:Ich bindeS TodcS!"" und sechs Stunden später lag er im Verscheiden." Nach derLiter.Corresp." von Grimm, Juni 1778, starb Voltaire wie er gelebt halte, ohne Schwächeund ohne Vorurtheil.

(Fortsetzung folgt.)

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Kirchliche Notizen.

Heiligenbilder. Die xylographische Kunstanstalt von Braun und Schneiderin München, Herausgeber derFliegenden Blätter " zc., hat nun auch Heiligen-bilder in Holzschnitt herauszugeben unternommen. Da eS bei diesen Bildchen, vondenen auch das Aermste unseres Volkes eine kleine Galerie besitzt, vorzüglich daraufankommt, den Geschmack des Volkes mit den Anforderungen der Kunst zu vereinen,so find sie nicht so leicht anzufertigen, als man glauben möchte. Braun undSchneider haben diese schwierige Aufgabe glücklich gelöst. Die Holzschnitte sind fastdurchaus nach guten Meistern gefertigt, und wahr und treu colorirt, so daß sich dieFiguren lebhaft vom Hintergrunde abheben. Auf die Rückseite jedes Bildchens ist einekurze Lebensbeschreibung jedes Heiligen, dann ein Gebet oder ein Denkspruch gedruckt.Dieß alles kann man haben für Einen Kreuzer. Wir wünschen diesen Bildchengleiche Verbrei>ung, wie den andern Werken dieser Kunstanstalt, und zweifeln nicht,daß sie solche auch finden werden. Mögen sie in aller Welt Zeugniß geben, daß inBayern auch für die Kunstbedürfnisse der ärmsten Classe mir Liebe und Geschmackgesorgt wird.

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Newton und Voltaire . (Ein wahrer und ein falscher Prophet.) Derberühmte Newton, von dem sich die neueren großen Entdeckungen in den Natur-wissenschaften herschreiben, war, wie schon öfter erwähnt, zugleich ein frommer Christ,und hat z. B. auch eine Auslegung deS Propheten Daniel geschrieben. In diesemBuche sagte er auch, daß in den letzten Zeiten, von denen Daniel weissage, wunder-bare Erfindungen gemacht werden würden, man würde 50 (englische) Meilen in einerStunde zurücklegen in s. w. Der Spoiler Voltaire sagte darüber:Sehet, was ausdem gewaltigen Geiste Newtons geworden ist, seitdem er, altersschwach, sich darangemacht hat, dieses Buch zu studiren, daS man die Bibel nennt! So sehr b-'t erseinen Verstand verloren, daß er uns weiß machen will, der menschliche Verstandwerde noch so weit kommen, daß er das Geheimniß entdecken werde, 50 Meilen ineiner Stunde zu machen. Der arme Träumer!" Und nun?

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Luzern, 3. Oct. Die jüngsten Verhandlungen deS luzerm'schen großen Ratheslieferten wieder einmal den handgreiflichen Beweis dafür, daß der Radikalismus einMilchbruder des krassesten Despotismus ist. Er führt die Freiheit im Munde unddrückt die heiligsten Rechte des Volkes darnieder wo und wie eS ihm beliebt. Für