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gleiche Summe spendeten Se. sürsterzbischöfliche Gnaden zum Beginne der Kostgebungin St, Sebastian, Se, Durchlaucht der k. k. Landespräsident versicherten dem Vereineebenfalls gnädigst, einen Beitrag zu seinem Zwecke verabreichen zu wollen, Die hoch-würdigsten Herren Metropolitan-Domcapitularen traten als Mitglieder bei und durchdas Verordnungsblatt sür die Erzdiöcese Salzburg wurden die Herren Seelsorger auf-gefordert, auch ihre Gemeinden zur Unterstützung deS NereinSzweckes zu ermuntern.Ueberdieß erklärten die Professoren-Kollegien der theologischen Facultät und deS k, k.Gymnasiums, so wie auch sämmtliche Kloster-Convente der Stadt Salzburg ihrenBeitritt zum Vereine. Mir diesen großen Wohlthätern der studirenden Jugend ver-einigten sich bereits mehrere Herren aus dem Geistlichen-, Beamten - uud Bürgerstandeauch vom Laude, so daß jetzt über fünfzig Mitglieder sind nnd darunter so großmüthigeSpender. In der Versammlung wurden die gegenwärtigen Leistungen des Vereinsbekannt gemacht. Durch die ehrwürdigen Kloster>Eonveute werden nebst einigen Geld-gaben wöchentlich bei 130 Kostportionen gegebn, und von den bei dem Verein ein-gegangenen und zu hoffenden Gaben zu Sr, Sebastian täglich zehn Studenten gespeistund täglich sechs Studenten in Loretto mir sogenannter Rumforder-Suppe uud Brodbetheilt. Zudem werden Schreibmaterialien und einige Bücher an arme Studentenverabreicht. In Zuversicht auf bereits gemachte Zusichernngen werden vom l. Novemberan wieder täglich sechs Studenten mehr verkostet werden. Da sicherlich noch mehrereMitglieder dem Vereine beiirelen, und auch vom Lande manche Gaben fließen werden,wird man in der erfreulichen Lage seyn, dürstigen Sindenten auch für andere Bedürf-nisse Hilfe zu leisten. Besonders aber wird ein wachsames Auge auf die Quartiereder Studenten gerichtet, indem deren Einfluß so heilsam als rerdcrblich werden kann.(Verdiente allenthalben Nachahmung.)
Um die Zwecke drs Vereins sicherer zur allgemeinen Zufriedenheit der Mitgliederuud zum Besten der Studirenden anzustreben, wurde festgesetzt, daß halbjährig, näm-lich am Ende jeden Semesters eine Generalversammlung aller verehrten Mitglieder deSVereins abgehalten werde, damit Jedermann seine Bemerkungen, Antrage und Wünschebezüglich der VercinS'hätigkeit vortragen könne. Schließlich stellte der Verein sich undsein Wirken unter den Schutz deS heiligen LandeöpatrvnS Nuperlnö und wählte denhochwürdigsten Oberhirtcn zu seinem Protectvr.
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jchzin. ,7,1 Ktth'.Ä'-i^MlMtM«! '»!>HMAW)Mli<ZMv ?l<l os,«lo<t» »»lZobMigqv»Ein Feldgeistlicher bei der französischen Armee im Orient schreibt aus Konstan-tinopel vom 9. August. Unter dem Eiudruck des Schreckens, welchen die Choleraerregte, lebten die Gefühle des Glaubens in den Herzen Aller wieder auf. DieOssiciere waren die ersten, welche meine Hilse in Anspruch nahmen, sie kamen injeder Stunde deS TageS und der Nacht zu mir. Oft hörte ich ihnen die Beicht ausdem Mege von einem Hospital zum andern, andere Male fand ich sie auf den innernTreppen der Hospitäler auf mich warten. Ich lehnte mich an das Treppengeländer,sie knieten an meiner Seite uud empfingen Vergebung ihrer Süuden. So ofi sie michauf der Straße erblickten, stiegen sie vom Pferde, dankten mir herzlich und fügtenbeinahe immer hinzu: „Vor Allem kommen Sie doch, wenn mich die Krankheit ergreift,sogleich, wenn ich Sie rufeu lasse." Alle Abende halten wir eine feierliche Beerdigungvon Officieren. Eines Abends standen sieben bis acht Särge vor mir, uud um michdie Ossiciere aller Regimenter; ich erbat wir die Erlaubniß, einige Worte zn sprechen.Auf einem Grabhügel stehend, ndere ich eine aanze Stunde; noch nie sah ich einenrührendem Anblick: ich sah in Aller Augen helle Thränen und hörte '.im mich herumnur Schluchzen.
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Nordamerika . (Religiöse Zustände.) Die Nachrichten über Angriffe auf dieKatholiken, welche von Mitgliedern der geheimen Gesellschaft Know-NothingS ausgehen,werden immer häufiger. Zu New-N^rk werden seit drei Monaten am Sonntage Pre-digten aus der Straße gehalten, welche Schlägereien begleiten oder ihnen folgen, in