Ausgabe 
14 (12.11.1854) 46
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361
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Vierzehnter Jahrgang.

Sonntags-Beiblatt

zur

Augslmrger PsstMtung.

12. November M- ^EK. 1854.

Di-seS Blatt erscbrint regelmäßig alle Sowutag-. Der halbjährige Abouuement«pre!«TO lr., wofür e« durch alle köm'gl. dayer. Poilämin' und alle Buchhandlungen bezogen werden kann.

Die Concilien des ersten christlichen Jahrhunderts. *)

Apostolische Synoden zu Jerusalem .

Die Synoden, welche die Apostel hielten uns weiche sich in der Apostelgeschichtefinde», sind gleichsam das Urbild aller folgenden Provincial- und General-Conciliengeworden; man zählt deren gewöhnlich vier, obgleich nur die dritte eine eigentlicheSynode genannt werden kann.

I. Synode zn Jerusalem im Jahre 34 soder 33) nach Christi Geburt - Hier wurdean die Stelle JudaS , des Verrälhers, Matthias durch das Loos zum Apostelerwählt. Apostelg,

II. Synode zu Jerusalem im Jahre 34. Das Bedürfniß erforderte die Aufstellungvon Diaconen und deßhalb wnroen StephanuS , Philippus, Prachorus, Nicanor,Timon, ParmenaS und NicolauS zuerst mit dem Diaconar betraut. Apstg. 6.

III. Synode zu Jerusalem im Jahre 5l (oder 49). Bei derselben waren die Apostel,die Acltesten und das Volk anwesend, und cS wurde die Frage vorgelegt, obdie Christen zur Veschneioung und zum jüdischen Ceremonialgesetze verpflichtetseyen. Der Härefiarch CerinlhuS vertheidigte die Streilfrage, das Urtheilder Apostel unter der Antorttäl des Apostelfürsten PetruS fiel dahin aus,daß keiu Christ zur Beschneidung und zum jüdischen Ccrcmonialgesetz ver-pflichtet werden könne; zur Promulgatiou sollte der Beschluß des Concilsauch der Gemeinde von Anliochia zugesendet werden. Ans dieser Synodewurde dem Petrus zugleich die Bekehrung unter den Juden, dem PanluSaber die' Bekehrung unter den Heiden überlragen. Apostelg. 15.

IV. Synode zu Jerusalem im Jahre 58 (oder 56). Paulus wohnte derftlb.n mitden Aellestcu bei. Die Judcnchristen nämlich, deren damals schon viele Tau-sende waren, waren aufgebracht gegen Paulus , weil sie vernommen hatten,er predige den Abfall vom MosaismuS. Als daher Paulus zum Pfiugstfestenach Jerusalem kam, legten sie ihm die Frage vor, ob die bekehrten Judenverhindert werden könnten, daS Gesetz (oaS mosaische) zu beobachten. DerBeschluß lautete: daß den bekehrten Juden zwar die Beobachtung des Gesetzesgestaltet werden könne, dH aber im Ganzen der Bcscheio der vorigen Synodefestzuhalten sey. Paulus, welcher über diesen Punct mit PetruS schon zuAnliochia verschiedene Ansichten äußerte, unterwarf sich nun vollkommen derEntscheidung dieser Versammlung.

*) Durch gütige Mittheilung habe» wir als Manuscript einenAuszug aus vor großenConcilien-Sammlung von Äiansi" erhalten. Indem wir denselben für das Sonntagsblattverwenden, glauben wir demselben eine erhöhte wissenschaftliche und praktische Bedeutung zu geben.

A. t. R. d. A. Pstzt.