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Und dankend nahm ich so Ring wie Krön',Mir war, als wär' ich im Himmel schon,Das Kindlei» lächelte sanft mir zu —Da bin ich erwacht aus des Schlummers Ruh'.
O gute Mutter, ich bitt' dich, hab' Acht,Daß mich nicht der Böse bcstiehli bei Nacht,Daß Ring und Krone, dieß heilige Paar,2m Herzen mir bleiben licht und klar!»"
M. Helmsauer.
Katholische Unterrichts- und Wohlthätigkeit»-Anstalten im
Orient.
Die Unterrichts- und Wohlthätigkeit«-Anstalten der Kirche haben im Orientbereits eine große Ausdehnung gewonnen und sind noch fortwährend im Fortschrittbegriffen. Die christliche Liebe machie die ersten Ansinge, den Orient zn bekehren.Unter den rerschiedencn Orden haben namentlich die Lazaristen und barmherzigenSchwestern eine sehr gesegnete Thätigkeit euifaltet. Die erste Anstalt der Laza-risten wnrde im Jahre 1774 in Konstantinopel gegründet. Sie ließen sich in Galata in einer geringen Entfernung vom Thore von Pera nieder. Von da an blieben sietrotz vielfachcr Schwierigkeiten und Verfolgungen aller Art auf ihrem Posten. ImJahre 1822 waren ihrer nur noch drei; jetzt aber haben sie allein in Konstantinopel zwei Anstalten: das prachtvolle Kollegium zn Bebeck am Ufer des MeereS, eine halbeStunde eiwa von Konstantinopel entfernt, wo eine zahlreiche Jugend eine sehr sorg-fältige Erziehung erhält; und ein Missionshaus. — Die barmherzigen Schwe-stern haben zu Konstantinopel drei Häuser. In dem ersten befinden sich 38 Schwe-stern, sie besorgen ein Pensionat von 100 jungen Mädchen, ein Waisenhaus, inweichem l30 arme Waisenmädchen Aufnahme und Anöbildung in verschiedenen Hand-arbeiten finden; außerdem Schuln: für Kinder, welche nicht in der Anstalt wol)»en;eine Unterrichtsanstalt für Ketzer und Schismatiker, welche znr lacholischen Kirchezurücktreten wollen; eine Anstalt für Kindelkinder, und endlich Arbeiissäle für 40t)Kinder. Außerdem besorgen sie eine Apotheke und theilen täglich Arzneien für mehrals 400 Kranke auS. In dem zweiten Hause sind 12 Schwestern. Sie besorgendas französische Hospital, in welchem Kranke von allen Nationen und jeder Religionverpflegt werden. Außerdem besorgen sie noch Schulen und Arbetlssüle, welche täglichmehr als 300 Kinder besuchen. Endlich haben die Schwestern auf der asiatischenKüste eine Anstalt, in welcher ihrer drei eine Ackerbancolonie von Findet- und Waisen-kindern leiten. Die Lazaristen und barmherzigen Schwestern werden in Konstantinopel sowohl im Stadtviertel von Galata , als in Pera umerstützu 1) von den Schnl-brüdern, welche eine bedeutende Anzahl von Kindeln, von jedem Aller, jederNationalität und jeder Religion unentgeltlich unterrichten, sie lehren ihre Zöglinge zu-gleich die türkische und französische Sprache; 2) von mehreren Konferenzen des Vincenz-Vereins. Die erste Conferenz wurde von Eugen Boi« gestiftet. Sie hallen ihreSitzungen in dem großen Saal der Lazaristen . Ihre Mitglieder sind meist Franzosen,sie unterstützen über 500 Familien. — In der zweiten Stadt des türkischen Reichesin Smyrna haben die Lazaristen zwei Häuser: das Kollegium von Sacre Eoeur,welches sie gründeten, und das der Propa-zanda, welches die Brüder von PicpuS imJahre 1845 ihnen abtraten. Außerdem befinden sich in Smyma drei Häuser barm-herziger Schwestern. Im ersten Hause sind 22 Schwestern, sie besorgen, wiedie in Konstantinopel , aber von weniger bedeutenden Verhältnissen, ein Pensionat fürjnnge Mädchen, ein Waisenhaus, Schulen und einen ArbcitSsaal, welche von mehrals 300 Kindern besucht werden, theilen Arzneimittel auS und halten eine Apotheke.DaS zweite Haus enthält das französische Marine-Spital, in welchem sechs Schwestern