Ausgabe 
14 (10.12.1854) 50
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beschäftigt sind. In einem dritten Hause, welches für Waisenkinder bestimmt ist, sinddrei Schwestern.thätig. Schulbrüder, sechs an der Zahl, unterrichten täglich bei-nahe 4(10 Kinder. Am Abende halten sie Schule für Erwachsene. Außerdem befindensich in Smyrna eine Conferenz des Vincenz-Vereins, Franciscaner, Capuciner undMechitaristen. In Salonichi befindet sich seit mehreren Jahren ein Hauö fürLazcnisten, eS sind ihrer ober nur z".?ei Missionäre, die einzigen katholischen Priesterin dieser Gegend. Sie sind zugleich Pfarrer, Missionäre uud Lehrer. Ihre Bemühun-gen haben schon einen sehr tröstlichen Erfolg gehabt. In kurzer Zeit werden sie vonbarmherzigen Schwestern unterstützt werden. In Griechenland , auf der InselSantoiin, haben die Lazaristen ein Missionshaus, mit welchem eine Knabenschuleverbunden ist. Zwölf barmherzige Schwestern besorgen ein Pensionat für Mäd-chen, ein Waisenhaus, eine Schule für solche, welche nicht in der Anstalt wohnen,unv einen ArbcitSsaal, wo sich täglich mehr als 200 Kinder versammeln, außerdemhalten sie eine Apotheke und theilen Arzneien aus. Dann besuchen sie auch eine «roßeAnzahl von Kranken recht fleißig in ihren Häusern. Sie werden durch eine KonferenzdeS Vincenz-Vereines unterstützt, welche sich jeden Sonntag bei den Lazaristen ver-sammelt. Endlich bauet man jetzt ein Hospital, welches den barmherzigen Schwesternübergeben werden soll. In Egypten finden wir Lazaristen , barmherzigeSchwestern, Schnlbrüder unv Conserenzen deS Vincenz-Vereines, welche in Eiferund Hingebung mit den Vätern des heiligen Landes wetteifern In Alerandriahaben die Lazaristen zwei Hänser, eine Unrerrichtsanstalt und ein Missionshaus. Außerdembesitzen die barmherzigen Schwestern zwei Häuser: 1) Das Spital für Europäer,welches ven sieben Schwestern geleitet wird; hier finden Kranke von jeder Nation undReligion Pflege. 2) Das Haus der Barmherzigkeit; es umfaßt unter der Leitungvon 22 Schwestern ein Pensionat, ein HciuS für Waisenmädchen, ein HauS sürFindelkinder, Schulanstalten und ArbeitSsäle, welche 300 Kinder aufnehmen. Außer-dem befindet sich dort ein Damen-ercin, welcher Werke christlicher Liebe übt, ciueConferenz des Vinccnz-VereineS, und eine Anstalt der Schulbriider. Di-se alle bethci-ligen sich an den Arbeiten der Lazaristen und barmherzigen Schwestern. Die Thätig-keit der Schulbriider in Älerandria entwickelte sich erst in den letzteren Jahren. ImJahre 1850 unterrichteten vier Schulbrüder in vier Classen 50t) Kinder. Gegenwärtigsind 13 Schul-rüder da, und die Zahl ihrer Schüler hat in demselben Verhältniß sichvermehrt. In Cairo finden sich weder Lazaristen , noch barmherzige Schwestern,aber eine Conferenz deS Vincenz - Vereins hält ihre Sitznngen im Kloster der Väiervom heiligen Lande, außerdem sind noch vier Schulbriider da. In Syrien theilensich Lazaristen, Jesuiten und die Väter vom heiligen Lande in die Erziehung und dieWerke christlicher Liebe. Dit Niederlassung der Lazaristen in Beyrnth erfolgte erstim letzten Jahre, eS sind nur zwei Missionäre dort. In derselben Stadt leiten 14barmherzige Schwestern ein Peusionat sür junge Mädchen, ein Waisenhaus, eineSchule für auswärtige Kinder und einen Arbeit^saal, Austheilung von Arzneien undeine Apotheke; mit diesen Anstalten haben sie nock ein Lel-rcrinnen-Seminar verbunden,um Lehrerinnen sür den Libanon auszubilden. Die barmherzigen Schwestern ließen sichim Juli 1847 zum ersten Male in Beyrulh nieder. Ihr HanS liegt in einem Gartenam Thore der Stadt. Von den Einwohnern werden sie ganz außerordentlich geliebt;diese werden nie den Eifer nnd die Hingebung vergessen, welche die barmherzigenSchwestern während des Wüchens der Cholera in Beyrull) im Jahre 18^9 bewiesen.Eine der barmherzigen Schwestern starb damals an der Cholera. Die ganze Stadtwollte sich an der Feier der Beerdigung betheiligen; man sah Türken, Araber, Juden,Griechen und Katholiken mit Thränen der Leiche der demüthigen Tochter deS heiligenVincenz von Panla folgen, welche Alle vhne Unterschied mit Hingebung gepflegt hatte.Die türkischen Behörden übergaben den barmherzigen Schwestern in Beyrnch die Pflegeder Gefangenen, und bewilligten für jeden Monat eine Summe für ein fliegendesLazareih und Arzneien. Zn Antnra im Libanon besitzen die Lazaristen eine böhereUnterrichiSanstalt, in welcher der Unterricht auf eine den Bedürfnissen dcS Landes