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ganz angemessene Weise ertheilt wird. Es wird in französischer, italienischer undarabischer Sprache unterrichtet. Auch besitzen sie in Tripolis ein MiisionS- undErercilienhauS, in welchem die eingeborene Geistlichkeit Unterweisung erhält. AebnlicbeHäuser Halm sie zu Aleppo und DamaScuö. In der lctzieicn Stadt haben siezn'ci Schulen; in der einen wild der Unterricht in der arabischen Sprache unv denElementarsächern ertheilt, in der höheren Schule lernen die Schüler außer Andermauch die französische Sprache. In Danielcuö haben auch die barmherzigen Schwesternihre ^schieden n Anstalicn gegründet, welche unter der Leitung von sechs Schwesternstehen Sie haben sich erst vor ganz kurzer Zeit don .niedergelassen, und zwa,r ausdie Einladung der Einwobncr, welche von ihrer hingebenden Aufopserung in Beyruihgchöri hatten. — Zu Bcyruth hat eine Schwester auf Alle einen so großen undglücklichen Einfluß erlangt, eaß der Pascha sich verpflichtet glaubte, ihr die Obeileitungaller seiner Spiieiler anzuvertrauen. Er besreietc ihr Willen von allen Hindernissen,und ging in seinem Zutrauen zu ihr so weit, daß er die kranken Verm«heilten undGaleereirclaven unter ihre ausschließliche Aufsicht stellte. Diese kennen die Vereint-worllichkcit der Schwester, und man hat noch kein Beispiel, daß ein Einziger »werihrun jemals versucht habe, sie durch einen Fluchiversuch bloßzustcllen. Ihre Einwir-kung ist so magisch, daß man sah, wie auf den Straßen alle Mohamedaner sich vorihr niederwarfen, um ihr ihre Ehrfurcht zu bezeugen, unv so das doppelte Vorurtheilvergaßen, was sie gegen eine Frau unv eine Christin hab,n. Endlich vei sichert man,junge Leute, welche sich verhcira-hcn wollten, stellien immer die Bedingung, ihre Brautmüsse sich erst zwei oder drei Jahre unter der Leitung der Schwester in der von ihrgegründeten Normalschule ausbilden. Diese Normalschule hat schon in der Umgegendvon Beyruih bewunderungswürdige Ergebnisse hervorgebracht.
Die Concilien des ersten christlichen Jahrhunderts.
Die apostolischen Constitutionen.Achtes Such.
Von den Gnaden gaben, den heiligen Weihen, und den kirchlichen
Canone n.
Diejenigen, welchen besondere Gnaden- und Wundergaben verliehen sind, mögenwissen, daß diese zur Ehre Gottes und zum Heile der Menschen seyen; durch dieWunder soll nämlich Zeugniß gegeben werden für die Göttlichkeit der Lebre Jesu, siesind deßhalb zur Ueberzeugung der Ungläubigen verliehen (l); deßhalb braucht auchNiemand auf diese Gnadcugaben stolz zu seyn oder dieselben seinen eigenen Verdienstenzuzuschreiben. ES gibt aber auch falsche Propheten wie ?a!aam und diese werdenderdrohenden Strafe gewiß nicht entgehen (2). Wir gehen nun zu den wichtigsten kirchlichenBestimmungen über, welche wir besonders den Bischöfen ans Herz legen (3). DerBischof soll vom Klerus und dem Volke im Beiscyn anderer Biichöfe und unter derLeitung eines ersten Bischofs gewählt werden; ist über die Würdigkeit desselben nureine Stimme, dann soll der erste Bischof, währeus zwei Diaeouen dem Erwählten dasEvangelienbuch über das Haupt hal>en, das angegebene Wcihegebet laut spreche»,während die anwesenden Bisccöfe und Priester dasselbe stille milbeteu (4). Am Schlüsseantworten die Piiestcr uud das Volk: Ämen. Man bringt dem Ordinirten eine Hostie,geleitet ihn an seinen Thron und da geben ihm die andein Bischöfe den Fliedcnekuß;darauf beginnt die Lesung der heiligen Schrift und der Ordinirte bringt der Kircheseinen Gruß: „Die Gnade unsers Herrn Jesu Christi und die Liebe GetleS des Vatersund die Gemeinschaft mit dem heiligen Geiste sey mit euch Allen/' Alle antworten:„Und mit deinem Geiste", und er hält nun eine Erbauungsrede; der Diacon fordertdie Büßenden und Ungläubigen auf, sich zu entfernen und er mahnt zum Gebete für